Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Aktfotos, Alkohol und Schwiegermutter als Eheverfehlungen

Samstag, 28 August 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Edgar Veith, Rechtsanwalt in Götzis

Scheidungsgründe: Ein Ehegatte kann die Scheidung begehren, wenn der andere durch eine schwere Eheverfehlung oder durch ehrloses oder unsittliches Verhalten die Ehe schuldhaft so tief zerrüttet hat, dass deren Wiederherstellung nicht erwartet werden kann.

Schwere Eheverfehlung: Als schwere Eheverfehlung gilt nach der Rechtsprechung ein Verhalten, das auch „bei einem mit rechter Ehegesinnung ausgestatteten und dementsprechend nachsichtigen Partner eine völlige Entfremdung herbeiführen und ihm die Fortsetzung der Ehe unerträglich machen würde“. Eine Eheverfehlung hat sich somit an den Besonderheiten des Einzelfalls zu orientieren. Ein jahrelang nicht kritisiertes alltägliches Verhalten des anderen kann diesem grundsätzlich nicht als schwere Eheverfehlung vorgeworfen werden, allerdings darf man aber vom anderen Ehepartner erwarten, dass er sich um ein positives Verhalten bemüht und schädliche Neigungen unterdrückt.

Einzelfälle aus der Rechtsprechung: So kann die Neigung des Partners zum Alkohol auch dann als schwere Eheverfehlung betrachtet werden, wenn diese schon vorher bekannt war. Eine Eheverfehlung stellt auch die grundlose Verweigerung des Geschlechtverkehrs dar. Unlängst wurde auch von einem österr. Gericht das fortgesetzte Betrachten von Aktfotos nackter Frauen ungeachtet der Gegenwart der Ehefrau, welche ihre ablehnende Haltung zum Ausdruck brachte sowie die Tatsache, dass der Mann der dominanten Einflussnahme seiner Mutter auf familieninterne Angelegenheiten nicht entgegengetreten ist, gerichtlich als schwere Eheverfehlung gewertet. Man darf hoffen, dass dieses Signal auch einige Schwiegermütter erkennen.


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