Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Auf die Bretter, fertig, los!

Mittwoch, 09 Dezember 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Markus Walla, Rechtsanwalt in Dornbirn

Frau Holle hatte ein Einsehen mit den Liftbetreibern und schüttelte bereits ordentlich die Schneeflocken auf die Schipisten. Die Schneekanonen tragen ihr Übriges dazu, dass dem Schi- und Snowboard-Vergnügen eigentlich nichts mehr im Wege stehen sollte. Traurige Gewissheit ist aber leider auch, dass auch diesen Winter wieder einige den Spaß im Schnee mit dem Krankenbett tauschen werden müssen und sich nach einem Schiunfall Haftungsfragen stellen. 

Schanze im "Funpark"

Der OGH hatte sich letztens mit einem besonders folgeschweren Unfall zu befassen, bei welchem ein Jugendlicher in einem sogenannten "Funpark" über eine Schanze sprang und dabei über ein dort als Aufprallschutz vorgesehenen Luftpolster („BigAirbag“) hinaus flog und auf die Schipiste stürzte. Die tragische Folge: Querschnittslähmung!

Hinzuzufügen dabei ist, daß der Jugendliche nicht von der vom Liftbetreiber vorgesehen Markierung weg startete,  sondern einen längeren Anlaufweg wählte, wie es angeblich auch schon mehrere vor ihm getan haben sollen.

Haftung des Liftbetreibers?!

Dem Liftbetreiber war zuzubilligen, zwar verschiedenste Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben, aber der OGH hat dazu folgendes ergänzend klargestellt: Wenn sich tatsächlich herausstellen sollte, daß der Liftbetreiber oder deren Mitarbeiter schon vor dem Unfall wiederholt einen Fehlgebrauch der Anlage (Start mit verlängertem Anlauf) wahrgenommen haben bzw. bei pflichtgemäßer Aufmerksamkeit hätten wahrnehmen müssen, dann träfe sie Pflicht zu geeigneten Gegenmaßnahmen und einer verstärkte Kontrolle derselben. Widrigenfalls trifft den Liftbetreiber eine Haftung.

Na denn! ...auf eine hoffentlich unfallfreie Schisaison.

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