Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Aufschub des Zivildienstes

Montag, 05 Mai 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Silvana Dorner, Rechtsanwältin in Bregenz

Weil die Unterbrechung einer Berufs-, Schul- oder Hochschulausbildung mit gravierenden Nachteilen verbunden sein kann, sieht das Zivildienstgesetz (ZDG) vor, dass Zivildienstpflichtigen, die in Berufsvorbereitung, Schul- oder Hochschulausbildung stehen, der Antritt des ordentlichen Zivildienstes über Antrag bis zum Abschluss der begonnenen Ausbildung oder Berufsvorbereitung aufgeschoben werden kann.

„Außerordentliche Härte“

Ein weiterer Aufschiebungsgrund ist das Vorliegen einer außerordentlichen Härte, etwa wenn der Zivildienstpflichtige ein Hochschulstudium begonnen hat und eine Unterbrechung der Ausbildung eine außerordentliche Härte bedeuten würde.

Ein Praktikum ist einem Hochschulstudium unter Umständen gleich zu halten 

Das Bundesverwaltungsgericht hat nunmehr klargestellt, dass auch ein Praktikum, im Rahmen dessen der Zivildienstpflichtige praktische Erfahrung für seinen weiteren Berufsweg oder sein Studium sammelt, einen Aufschiebungsgrund darstellen kann. 

Im konkreten Fall, in dem der Zivildienstpflichtige ein Praktikum bei einer Bank absolvierte, welches für sein späteres Doktoratstudium von großem Nutzen war, führte das Bundesverwaltungsgericht aus:

„Eine zeitlich begrenzte, einschlägige qualifizierte praktische Tätigkeit bei einem Unternehmen kann zweifellos ebenso als weiterführende Ausbildung gesehen werden, wenn diese mit einer Berufsausbildung oder einem Studium in Zusammenhang steht. In vielen Bereichen sind Ausbildungspraktika unumgänglich, um einen Studienerfolg zu erreichen bzw. die Berufsausbildung abzuschließen, daran ändert auch nichts, dass diese Tätigkeit im Rahmen eines Dienstverhältnisses allenfalls bezahlt wird.“ 

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