Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Auswirkung von Kinderbetreuung auf den Kindesunterhalt

Samstag, 29 September 2018 | Alter: 77 Tage
Autor: Dr. Anita Einsle, Rechtsanwältin in Bregenz

Derjenige Elternteil, der mit seinem Kind nicht im gemeinsamen Haushalt lebt, hat regelmäßig Geldunterhalt für das Kind zu zahlen. Die Höhe des Unterhaltes orientiert sich für gewöhnlich nach bestimmten Prozentsätzen je nach Alter des Kindes. Dabei spielt das Einkommen des Unterhaltspflichtigen eine wichtige Rolle.  

Übliches Ausmaß: Einer nach der Rechtsprechung der Gerichte „üblichen“ Dauer entspricht ein Kontaktrecht am Wochenende alle 14 Tage zuzüglich eines Ferienkontaktrechtes von vier Wochen. Dies entspricht einer Betreuung im Ausmaß von ca. 80 Tagen pro Jahr.

Ünübliches Ausmaß: Bei einer Betreuung des Kindes von mehr als 80 Tagen kann es unter bestimmten Voraussetzungen zu einer Reduktion des zu zahlenden Unterhaltsbeitrages führen. Pro wöchentlichem zusätzlichen Betreuungstag kann nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes 10 % vom Unterhalt abgezogen werden.

Geichteilige Betreuung: Bei einer Betreuung des Kindes im annähernd gleichen Verhältnis muss auf das Einkommen der Eltern Bedacht genommen werden. Je nach Höhe besteht unter Umständen kein Geldunterhaltsanspruch mehr gegenüber dem anderen Elternteil. Wenn die Einkommensverhältnisse der Elternteile sehr unterschiedlich sind, ist der Unterhalt nach einer komplizierten Berechnung zu ermitteln.

      Die ausgedehnte Betreuung eines Kindes durch den nicht betreuenden Elternteil kann zu unterhaltsrechtlichen Folgen führen. Eine rechtliche Überprüfung kann sinnvoll sein.

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