Die Vorarlberger Rechtsanwälte

"Baum fällt" - Haftung

Samstag, 21 April 2012 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Christph Schneider, Rechtsanwalt in Bludenz

In St. Pölten ereignete sich anlässlich eines orkanartigen Sturmes ein tragischer Unfall. Eine 20 Meter hohe Pappel stürzte um und krachte auf ein vorbeifahrendes Auto. Eine Person starb und einige weitere Menschen wurden schwer verletzt.

Schadenersatz: Die Verletzten verlangten von der Stadt als Besitzerin des Baumes Schadenersatz. Der Oberste Gerichtshof hat den Fall letzthin beurteilt und ist zum Ergebnis gekommen, dass der Besitzer eines Baumes dessen mangelhaften Zustand früher als andere erkennen kann und gegebenenfalls Abhilfe zu schaffen hat. Der Geschädigte muss jedoch nachweisen, dass der mangelhafte Baum für den Schaden ursächlich ist.

Äste faul: Der Baum war von der Wurzel bis zu den Ästen faul, er war jahrelang nicht fachmännisch untersucht worden und war 80 Jahre alt, was für eine Pappel sehr alt ist. Überdies stand er nahe einer stark frequentierten Straße.

Regelmässige Kontrolle notwendig: Der Baum hätte angesichts dieser Umstände, laut einem Sachverständigen, alle sechs Monate(!) begutachtet werden müssen. Zwar hat die Stadt St. Pölten ein nach den Ö-Normen erforderliches Baumkataster geführt. In dieses hat der gegenständliche Baum allerdings nie Eingang gefunden. Die Stadt hat noch eingewendet, dass sie aus budgetären Gründen gar nicht dazu in der Lage sei, die 12.000 Bäume regelmäßig zu untersuchen. Dieser Einwand wurde aber nicht gelten gelassen!

Es empfiehlt sich daher, Bäume, die entsprechend Schaden anrichten könnten, regelmäßig zu untersuchen bzw. untersuchen zu lassen zu lassen und dies auch entsprechend zu dokumentieren.

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