Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Belästigung durch Haustiere

Freitag, 14 August 2009 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Christoph Schneider, Rechtsanwalt in Bludenz

Die Gerichte haben sich in letzter Zeit mehrfach mit Beeinträchtigungen durch Haustiere von Nachbarn befasst.





15 Katzen: In einer Sache fühlte sich jemand durch die von der Nachbarin gehaltenen 15 Katzen beeinträchtigt, weil diese immer wieder auf sein Grundstück eindrangen und dort Exkremente hinterließen sowie Schäden verursachten. Die Gerichte gaben der Klage auf Unterlassung des Eindringens der Tiere statt, weil die Haltung von mehr als drei Katzen im Freien nicht ortsüblich sei.

15 Hunde: In einem anderen Fall hatte ein Gericht in Salzburg sich damit auseinander zu setzen, ob der Geruch von 15 Hunden in einer Reihenhauswohnanlage einem Nachbarn zumutbar ist. Die Tiere hinterließen Kot und Urin zwar auf dem Grundstück des Hundebesitzers, der Geruch drang jedoch zusammen mit jenem von Hundedecken und –teppichen auch auf den Nachbargrund. Das Gericht war der Meinung, dass dies dem Nachbarn nicht zumutbar ist, weil das das durchschnittliche Empfinden eines Reihenhausbewohners wesentlich beeinträchtige.

Jaulen und Bellen: Je nach Situation kann nach einem anderen Urteil auch das regelmäßig wiederkehrende, mehrere Minuten andauernde Jaulen und Bellen eines Hundes besonders in einer Wohnung in einer Wohngegend ortsunüblich und geeignet sein, die ortsübliche Benutzung anderer Wohnungen wesentlich zu beeinträchtigen. Auch kann sich ein Grundstücksbesitzer mitunter dagegen wehren, wenn sein Grund als „Hundeklo“ missbraucht wird.

Wenn Sie sich also durch die Haustiere des Nachbarn beeinträchtigt fühlen, müssen Sie dies nicht alles widerstandslos dulden. Ihre Möglichkeiten hängen davon ab, von welchen Tieren Sie belästigt werden und wie Sie beeinträchtigt sind. Lassen Sie sich diesbezüglich fachkundig beraten.


Vorarlberger Rechtsanwaltskammer | Marktplatz 11 | 6800 Feldkirch | Österreich
T 05522 71122 | F 05522 71122 - 11 | E-Mail | Impressum