Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Besuchsrecht - chancenlose Scheidungsväter

Freitag, 16 September 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz

In letzter Zeit wird immer wieder das Schicksal der Scheidungsväter thematisiert, denen ihre Ex-Frauen die Kinder vorenthalten. Fast immer wird über eine „unzureichende Gesetzeslage“ geklagt und gefordert, dass die Politik aktiv wird.  

Gesetzliche Zwangsmittel

Gesetz und Rechtsprechung bieten eine völlig ausreichende Anzahl von Möglichkeiten, ein Besuchsrecht durchzusetzen. Als Zwangsmaßnahmen kann das Gericht Geldstrafen und Beugehaft (bis zu einem Jahr!) über die Kindesmutter  verhängen. Wenn all dies keine Wirkung zeigt, hat das Gericht der Kindesmutter die Obsorge zu entziehen. Auch eine Strafanzeige gegen die Kindesmutter wegen Vernachlässigung des Kindes kommt infrage. Die Kindesmutter kann weiters gerichtlich verpflichtet werden, die Kostenaufwände des Kindesvaters (zB frustrierte Aufwendungen wie Anreisekosten, Anwaltskosten) zu tragen. Zudem hat sie dem Kindesvater Schmerzengeld zu zahlen, wenn dieser psychisch erkrankt, weil sie ihm das Kind lange vorenthalten hat.

Schnelle Verfahren

Das einzige wirkliche Problem ist, dass die Verfahren meist zu lange dauern. Nicht selten verschleppen es Kindesmütter absichtlich, um das Kind dem Vater zu entfremden. Häufig übersehen die Mütter, dass sie damit nicht nur dem Vater, sondern gerade auch dem Kind schaden.

Der Schutz der Kinder und damit auch der Väter ist daher nur gewährleistet, wenn die mit dem Besuchsrecht befassten Gerichte, Behörden und Sachverständigen schnellstmöglich handeln. Die gesetzlichen Möglichkeiten hiefür sind absolut gegeben. 

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