Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Die elektronische Gesundsheitsakte ELGA

Samstag, 18 Januar 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: MMag. Dr. Christian Wirthensohn

Am 23. 12. 2013 hat das Gesundheitsministerium mit der Kundmachung der ELGA-Verordnung den endgültigen Startschuss für die Einführung der elektronischen Gesundheitsakte („ELGA“) gegeben. Im Rahmen von ELGA sollen zukünftig Gesundheitsinformationen wie zum Beispiel Befunde, die von niedergelassenen Ärzten oder Spitälern ermittelt und gespeichert werden, miteinander vernetzt werden. Die Einführung soll schrittweise erfolgen: Derzeit ist vorgesehen, dass ab 2015 öffentliche Krankhäuser und Pflegeeinrichtungen, ab 2016 niedergelassene Ärzte und Apotheken und ab 2017 private Krankenanstalten verpflichtend an ELGA teilnehmen müssen.

„Opt-Out“-System: Für die Versicherten ist die Teilnahme an ELGA nicht verpflichtend, allerdings ist gesetzlich vorgesehen, dass alle Versicherten, die einer ELGA-Teilnahme nicht ausdrücklich widersprochen haben, in das ELGA-System einbezogen werden („Opt-Out“-System). Wer also eine Vernetzung seiner persönlichen Gesundheitsdaten verhindern will, muss selbst aktiv werden.

Widerspruch: Ein Widerspruch gegen die Teilnahme an ELGA muss in elektronischer oder in schriftlicher Form erfolgen und ist an den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger zu richten, welcher die Funktion der Widerspruchstelle übernimmt. Ein Widerspruch kann sich auf alle ELGA-Daten beziehen oder nur auf einzelne Bereiche. Bei der Abgabe des Widerspruchs muss die Identität des Versicherten eindeutig nachgewiesen werden und zwar entweder durch eine Bürgerkarte oder durch die Beilage der Kopie eines amtlichen Lichtbildausweises und die eigenhändige Unterschrift. Auf der Homepage des Gesundheitsministeriums finden sich weitere Informationen und auch ein Widerspruchsformular.

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