Die Vorarlberger Rechtsanwälte

„Die Wolke“ - wer zahlt?

Freitag, 30 April 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Armin Bonner, Rechtsanwalt in Feldkirch

Der Flugverkehr im Europäischen Luftraum wurde, wie in den Medien berichtet, durch eine Aschenwolke für mehrere Tage lahm gelegt. Für die Betroffenen stellt sich nun die Frage, wer die hieraus entstandenen Kosten oder Ersatzbeträge zu tragen hat.

1. Fall: Vielfach haben Leute eine Reise gebucht, die sie dann zum geplanten Zeitpunkt nicht antreten konnten. Neben den verpassten Urlaubsfreuden stellt sich die Frage, ob die Flug- bzw. Hotelkosten zurückbezahlt werden.

2. Fall: Durch die Wolke entstanden Verzögerungen bei der Rückreise, mehr Aufwendungen für Hotel- und Aufenthaltskosten oder alternative Rückreisekosten. Gibt es dafür eine Ersatzforderung?

Reiserücktrittsversicherung: Es handelt sich um ein Elementarereignis, welches grundsätzlich nach den Versicherungsbedingungen nicht gedeckt ist.

Schadenersatz: Für Fälle höherer Gewalt ist ein Schadenersatzanspruch sowohl nach KSchG als auch nach den allgemeinrechtlichen Regeln nicht möglich. Dies bedeutet, dass Mehraufwendungen für Aufenthalts- oder alternative Rückreisekosten von den Reisenden selbst zu tragen sind.

Die Haftung des Reisebüros: Diese treten regelmäßig als Vermittler auf. Der Rückersatzanspruch ist daher gegen den Reiseveranstalter zu richten.

Reiseveranstaltung: Für den Fall einer Reiseveranstaltung ist davon auszugehen, dass die Reisekosten insgesamt zurückzuerstatten sind, wenn der Reiseveranstalter die Reise storniert, weil er nicht in der Lage ist, seine Leistungen zu erbringen.

Reisekostenersatz: Hilfsweise kann auch bei der Rückforderung von Kosten für Beförderungsleistungen mit dem „Wegfall der Geschäftsgrundlage“ argumentiert und gegenüber dem Reiseveranstalter der Reisepreis zurückverlangt werden.


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