Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Ehe- oder Lebensgemeinschaft?

Montag, 14 September 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr,. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz

Von einer Gleichstellung von Ehe und Lebensgemeinschaft kann nach wie vor keine Rede sein. So kann etwa eine Lebensgemeinschaft von jedem Partner jederzeit und ohne Grund aufgelöst werden, die Auflösung der Ehe hingegen ist nur mittels Gerichtsurteil oder gerichtlichem Beschluss möglich. Gravierende Unterschiede bestehen auch bei der Vermögensaufteilung am Ende der Partnerschaft. Die Aufteilung des Vermögens von Ehepartnern ist gesetzlich geregelt. Die Vermögensaufteilung von Lebensgefährten hingegen ist meist komplizierter und aufwändiger, weil klare gesetzliche Regeln fehlen, ein Streit vor Gericht vorprogrammiert und riskant.

Der Lebensgefährte im Erbrecht

Benachteiligt ist der Lebensgefährte gegenüber einem Ehepartner auch im Erbrecht. Er hat weder ein gesetzliches Erbrecht, noch einen Pflichtteilsanspruch. Wenn ihn sein Lebensgefährte nicht per Testament zum Erben macht, geht er bei dessen Tod leer aus.

 

Witwenpension

Ein Ehepartner hat nach dem Tod seines Partners einen Witwenpensionsanspruch, ein Lebensgefährte hingegen nicht.

Unterhaltsanspruch

Ein Ehegatte hat nach der Scheidung uU einen Unterhaltsanspruch gegen seinen Partner, ein Lebensgefährte nie.

Obsorgerecht

Verheiratete Kindeseltern sind automatisch gemeinsam obsorgeberechtigt. Bei einer Lebensgemeinschaft hingegen kommt der Kindesmutter von Gesetzes wegen die alleinige Obsorge zu. Der Kindesvater muss sich die gemeinsame Obsorge bei Gericht erkämpfen.

Partnerschaftsvertrag

Lebensgefährten ist zu empfehlen, frühzeitig eine schriftliche Vereinbarung über ihre Rechte und Pflichten, insbesondere für den Fall der Auflösung der Lebensgemeinschaft (sog. Partnerschaftsvertrag), zu treffen. Eine solche Regelung vermeidet späteren Streit.

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