Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Eigenheime auf Zeit tauschen

Dienstag, 22 Oktober 2013 | Alter: 5 Jahre
Autor: Mag. Ulrich BERNHARD, Rechtsanwalt in Bregenz

Einer Familie wird die Eigentumswohnung zu klein, während einem Alleinstehenden das Haus zu groß wird. Was läge näher, als zu tauschen? Doch viele wollen – etwa aus familiären Gründen - nicht für immer tauschen.

„Tausch“ auf Zeit

Die Lösung kann in einem „Tausch“ auf Zeit liegen. Dabei überlässt jede Vertragspartei der anderen die Nutzung ihrer Immobilie, behält aber das Eigentumsrecht. Es fällt daher weder Grunderwerbs- noch Immobilienertragssteuer an.

Gegenseitiges Nutzungsrecht

Auf Zeit bedeutet, dass die Nutzung befristet ist oder gekündigt werden kann. Außerdem wird man, wenn die beiden Immobilien nicht gleich attraktiv sind, auch vereinbaren, dass die eine Vertragspartei der anderen Ausgleichszahlungen leistet. Das Modell hat sich unter Urlaubern, die zum Beispiel für einen Sommer das Häuschen im Grünen gegen eine Stadtwohnung „tauschen“, grundsätzlich bewährt.

Doch wenn ein Vertrag nicht nur Wochen, sondern Jahre oder Jahrzehnte lang laufen soll, werden rechtliche Fragen wichtig: Darf der Eigentümer etwas mitnutzen, z.B. den Garten? Wer hält was instand? Darf der Nutzer vermieten? Enden die Nutzungsrechte, wenn eine Partei verkauft oder stirbt? Wie lang ist die Kündigungsfrist oder die Laufzeit? Erhält danach der Nutzer, der in bauliche Verbesserungen investiert hatte, eine Ablöse?

Gestaltung durch Vertrag

All dies lässt sich im Vertrag regeln, und es empfiehlt sich sehr, damit einen Anwalt zu betrauen. Zumal „Tausch“ auf Zeit von gängigen Vertragstypen abweicht. 

Ein erstes Beispiel in Vorarlberg ist sehr gut angelaufen, zum klaren Nutzen beider Parteien. Wenn sich mehr Tauschwillige finden, wird dies nebenher auch den Immobilienmarkt entlasten.  

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