Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Eigentümerpartnerschaft: Haken und Ösen

Samstag, 14 März 2009 | Alter: 10 Jahre
Autor: Dr. Markus Walla, Rechtsanwalt in Dornbirn

Daß seit einigen Jahren unabhängig vom Vorliegen eines Trauscheines zwei Personen - egal in welcher Beziehung sie zueinanderstehen – gemeinsam Eigentümer einer Wohnungseinheit sein können, mag noch weitestgehend bekannt sein.

Was aber rechtens ist, wenn einer der beiden Eigentümerpartner seinen Anteil veräußern möchte oder stirbt, dürfte (verständlicherweise) zumindest dem einen oder anderen Wohnungseigentümer nicht mehr so präsent sein, wobei es da auch einige Haken und Ösen gibt.

Veräusserung:

Möchte einer der beiden Eigentümer alleine seinen Anteil am partnerschaftlichen Wohnungseigentum veräussern, so ist dies zwar möglich, bedarf aber der Zustimmung des jeweils anderen Partners. Kommt es zu keiner Einigung, bleibt die Teilungsklage. Eine solche Teilungsklage kann wiederum nur durch eine – auch immer wieder erneuerbare - schriftliche Vereinbarung ausgeschlossen werden, die aber grundsätzlich jeweils für höchstens drei Jahre gilt.

Tod eines Partners:

Stirbt einer der Partner, so wächst - mangels anderer Vereinbarung – dessen Anteil am partnerschaftlichen Wohnungseigentum dem überlebenden Partner zu. Soll jedoch der betreffende Anteil einem anderen zukommen, so kann diese „Anwachsung“ durch eine schriftliche Vereinbarung der Eigentümerpartner zu Lebzeiten verhindert werden. Gemäß der gesetzlichen Regelung hat diese Vereinbarung u.a. unter Mitwirkung eines Rechtsanwaltes zu erfolgen.

Fazit:

Wer mit den vom Gesetzgeber vorgegebenen Folgen im Zusammenhang mit einer Eigentümerpartnerschaft nicht einverstanden ist, der muß „aktiv“ werden, um die Regelungen für die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

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