Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Eine Wohnung erben - ein Segen oder?

Samstag, 26 Februar 2011 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Karoline Rümmele, Rechtsanwältin in Dornbirn

Stirbt der Alleineigentümer einer Eigentumswohnung, stellt sich bei Abhandlung der Verlassenschaft die Frage, wie viele Erben vorhanden sind.

Ein oder zwei Erben: Ist nur eine Person erbberechtigt (sei es aufgrund der gesetzlichen Erbfolge oder eines Testaments), erwirbt diese die Wohnung alleine. Kommen zwei Personen zu gleichen Teilen als Erbe in Frage, erben diese Beiden die Wohnung. Der mit dem Wohnungseigentum verbundene Mindestanteil wird in diesem Fall zu gleichen Teilen auf die zwei Erben aufgeteilt.

Mehr als zwei Erben: Im Wohnungseigentumsgesetz gilt der Grundsatz, dass nur maximal zwei Personen zu gleichen Anteilen Wohnungseigentümer sein können. Sind dann aber mehr als zwei Personen oder zwei Personen zu unterschiedlichen Anteilen erbberechtigt, kann das Verlassenschaftsgericht die Versteigerung der Wohnung vornehmen. Der Erlös daraus fällt in den Nachlass des Verstorbenen.

Erbteilungsübereinkommen: Die Erben können die Versteigerung abwenden, wenn sie vor Einantwortung beim Notar oder beim Rechtsanwalt ein Erbteilungsübereinkommen schließen, in dem sie regeln, wer von ihnen die Wohnung erhalten soll. Auch mit der Gründung einer Personengesellschaft, deren Zweck es ist, das Wohnungseigentumsobjekt zu erwerben und zu nutzen, könnte eine Versteigerung abgewendet werden.

Keine Einigung: Können sich die Erben nicht einigen (das Gericht kann eine Frist setzen) hat das Gericht die Versteigerung der Wohnung vorzunehmen.

Es empfiehlt sich daher eine eingehende juristische Beratung auch als Wohnungseigentümer, der mit Hilfe eines Testamentes die Erbschaft regeln möchte, um den Erhalt von „Opas Wohnung“ zu sichern.

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