Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Es grünt so grün ...

Samstag, 26 Mai 2012 | Alter: 7 Jahre
Autor: Mag. Simon MATHIS, Rechtsanwalt in Feldkirch

Der Frühling ist da, man kann es kaum übersehen. Die Natur blüht wieder auf, Wälder und Wiesen sind grün. Dies ist aber nicht für alle ein Grund zur Freude.

Konflikte: Bäume und Pflanzen an Grundgrenzen können nachbarschaftliche Konflikte entfachen. Dem einen ist der Schatten zu groß, dem anderen wird die schöne Aussicht verstellt, den Dritten stören die von den überhängenden Zweigen herabfallenden Früchte und Blätter.

Äste und Wurzeln: Dem beeinträchtigten Nachbar ist es grundsätzlich gestattet, in sein Grundstück eindringende Wurzeln wie auch auf sein Grundstück überhängende Äste zu entfernen. Die Kosten dafür hat jedoch der beeinträchtigte Grundeigentümer selbst zu tragen. Ist aber bereits ein Schaden entstanden oder droht ein solcher, so hat der Eigentümer des Baumes oder der Pflanze unter Umständen einen Teil der Kosten zu ersetzen.

Laub und Früchte: Ein solcher „Befall“ muss der Grundeigentümer hingegen hinnehmen. Insbesondere die jahreszeitlich typischen Einflüsse durch herabfallende Früchte, Blätter oder Äste stellen nämlich keine Immissionen dar, gegen die sich der Grundeigentümer wehren kann.

Recht auf Licht: Kann bei Gericht durchgesetzt werden. Das setzt allerdings voraus, dass diese Einwirkungen (zB Schattenwurf) das ortsübliche Ausmaß überschreiten, und dass sie zu einer unzumutbaren Beeinträchtigung der Benutzung des Grundstücks führen.

Vergleich: Der Nachbar, der eine Klage erwägt, hat noch davor einen außergerichtlichen Vergleichsversuch zu unternehmen. Erst wenn diese Versuche scheitern, kann eine Klage bei Gericht eingebracht werden.

Aufgrund der Komplexität der Materie und der vielen zu beachtenden Punkte, empfiehlt sich in jedem Fall, rechtzeitig Rat einzuholen. 

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