Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Explosives Produkt - Haftung

Dienstag, 01 April 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Eva Schneider, Rechtsanwältin in Bludenz

Eine Angestellte eines Gastgewerbebetriebes gab die vorgeschriebene Menge eines Abflussreinigers in den Ausguss. Als sie Wasser dazuschüttete, explodierte das Knallgas, wodurch sie Verätzungen erlitt.

Kein Hinweis: Eine Zündquelle wie zB Rauchen oder eine elektrostatische Entladung kann dazu führen, dass dieses Gemisch entzündet wird und explodiert. Da ein entsprechender Hinweis auf die Bildung von leicht entzündlichen Gasen bei der Anwendung sowohl am Etikett, als auch im Sicherheitsdatenblatt fehlte, wurde der Produzent bzw. Verkäufer des Abflussreinigers dazu verurteilt, insbesondere Schmerzengeld zu bezahlen.

Gefährliches Produkt: Die Kennzeichnung des Produktes war mangelhaft. Abflussreiniger zählen zu den unfallträchtigsten Haushaltsartikeln, die am Markt sind. Nur wenn Hinweise auf Gefährdungsquellen erfolgen, wird der jeweilige Nutzer entsprechend vorsichtig mit dem Abflussreiniger umgehen und dadurch in die Lage versetzt, Unfälle zu vermeiden.

Haftung für fehlerhaftes Produkt: Letztendlich wurde der verletzten Anwenderin des Abflussreinigers Schmerzensgeld zugesprochen, da der Unternehmer haftet, der ein Produkt herstellt bzw. in den Verkehr setzt und durch den Fehler des Produkts ein Mensch am Körper verletzt wird. Bei Instruktionsfehlern macht die unzureichende Darbietung das Produkt fehlerhaft. Der Hersteller bzw. der, der das Produkt in den Verkehr gebracht hat, hat daher nicht in ausreichendem Umfang, weder am Etikett noch im Sicherheitsdatenblatt auf die besondere Gefährlichkeit hingewiesen.

 

Der Hersteller hätte darauf hinweisen müssen, dass das Gas-Luftgemisch, das aus dem Rohr aufsteigt, hochexplosiv ist und unter Zugrundelegung einer Zündquelle eine Explosion herbeiführen kann.

 

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