Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Foul!!!

Samstag, 18 Juli 2009 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Eva Schneider, Rechtsanwältin in Bludenz

Fußball wird als Kampfsport, besser: Kontaktsport gesehen, bei dem in Sekundenbruchteilen über Abwehr oder Angriffsverhalten mit Körperkontakt zum Gegenspieler entschieden wird. Im Einlassen auf die mit dem Spiel verbundenen Risiken wird eine Einwilligung in das Verletzungsrisiko gesehen. Diese Risken sind zu billigen. Der Verletzte handelt somit grundsätzlich auf eigene Gefahr, daher sind auch die Gerichte bei der Zuerkennung von Schmerzensgeld eher zurückhaltend.

Fahrlässig herbeigeführte Verletzungen: Die Verletzungen werden in der Regel fahrlässig verursacht. Beim Fußball kann es zu Gefährdungen oder Verletzungen der Beteiligten kommen, die für das Spiel typisch sind. Sofern das übliche Risiko nicht vergrößert wird, kann daher kein Schmerzensgeld verlangt werden. Wird die Verletzung jedoch durch ein Foul herbeigeführt, kommt es darauf an, wie das Foul begangen wurde. So stellt sich die Frage, ob der Spieler die für das Spiel typische Schädigungsgefahr erheblich vergrößert hat und dies für ihn erkennbar war.

Verbotenes Spiel und Unsportlichkeit: Mit einem direkten Freistoß zu ahnden ist, wenn ein Spieler nach Einschätzung des Schiedsrichters fahrlässig, rücksichtslos oder mit unverhältnismäßigem Körpereinsatz einen Gegner tritt, das Bein stellt, anspringt, rempelt oder ein Spieler beim Tackling im Kampf um den Ball den Gegner vor dem Ball berührt oder einen Gegner hält. Diese Regel konkretisiert gefährliche Verhaltensweisen im Kampf um den Ball. Rücksichtslos agiert ein foulender Spieler dann, wenn er zum Zeitpunkt, als er sich zur Attacke entscheidet, keine Chance auf den Ball mehr hat und dies erkennen kann.

Vorsätzlich herbeigeführte Verletzungen: Verletzungsvorsatz wird angenommen, wenn konkrete Anhaltspunkte den Schluss zulassen, dass die Motivation für den Körperkontakt in einer Aggression gegenüber dem Gegenspieler gelegen ist. Dafür kann der Spieler dann zivilrechtlich, mitunter auch strafrechtlich verfolgt werden.

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