Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Freiwillige Versteigerung von Liegenschaften

Samstag, 26 Juni 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Christoph Schneider, Rechtsanwalt in Bludenz

Im Jänner letzten Jahres hat der Gesetzgeber die freiwillige Versteigerung von Liegenschaften neu geregelt.





Verfahren: Ein Notar hat als Gerichtskommissär die Versteigerung öffentlich im Edikt bekannt zu geben, die Versteigerungsbedingungen zu genehmigen und die Versteigerung zu protokollieren. Die Versteigerung selbst kann aber auch von einem Rechtsanwalt oder befugten Gewerbetreibenden durchgeführt werden. Jener Notar, der die Veröffentlichungen durchführt etc., darf selbst nicht versteigern.

Versteigerungsbedingungen: In diesen sind das geringste Gebot sowie alle notwendigen Elemente des durch die Versteigerung zustande kommenden Kaufvertrages aufzunehmen, insbesondere muss auch die Abwicklung und grundbücherliche Durchführung geregelt sein. Der Inhalt sollte genau abgewogen werden, um Kaufinteressenten nicht abzuschrecken, den Verkäufer aber doch ausreichend zu sichern. Es ist auch auf das Konsumentenschutzgesetz Rücksicht nehmen.

Versteigerung: Mit dem Versteigerungstermin wird die Versteigerung zunächst ausgerufen und das Bieten eröffnet. Ein Bieter ist so lange gebunden, bis ein höheres Angebot erfolgt. Wenn erst nach zweimaliger Aufforderung kein höheres Angebot abgegeben wird, ist der Zuschlag an den Meistbietenden zu erteilen. Hat sich der Verkäufer dies vorbehalten, kann er sich die Genehmigung des Verkaufs auf bestimmte Zeit vorbehalten.

Wenn diese Versteigerungsmöglichkeit sinnvoll genutzt und marketingmäßig unterstützt wird, ergeben sich für den Verkäufer einige Vorteile. Er erspart sich insbesondere langwierige Vertragsverhandlungen mit vielen Kaufinteressenten. Auch bei Veräußerung von mehreren Liegenschaften bietet diese Form des Verkaufes beträchtliche Vorteile.


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