Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Führerschein weg - was nun?

Montag, 25 September 2017 | Alter: 77 Tage
Autor: Mag. Bernhard Ess, Rechtsanwalt in Fedkirch

Das Lenken eines Kraftfahrzeugs in alkoholisiertem Zustand ab 0,5 Promille hat eine Geldstrafe zur Folge. Ab einer Alkoholisierung von 0,8 Promille wird zusätzlich zur Geldstrafe auch die Lenkberechtigung entzogen. Dies schmerzt in den meisten Fällen mehr als die Bezahlung der Geldstrafe, da die Mobilität jedenfalls teilweise eingeschränkt wird. Dem hat der Gesetzgeber mit der seit 01.09.17 in Kraft befindlichen Verordnung über das Alternative Bewährungssystem (ABS) mittels Alkoholwegfahrsperre (Alcolock) unter gewissen Voraussetzungen teilweise Abhilfe geschaffen.

Teilnahme am ABS:

Diese ist bei der Behörde zu beantragen, besteht nur für die Führerscheinklassen B und BE und ist nur bei einer Entzugsdauer von mindestens 4 Monaten und frühestens nach Ablauf der halben Entzugsdauer der Lenkberechtigung möglich. Die Dauer der Teilnahme am ABS beträgt zumindest 6 Monate, dies gilt auch bei kürzerer Entzugs- oder Restdauer. Alkoholkranke Personen können am ABS nicht teilnehmen.

Wie funktioniert das ABS?

Ins Fahrzeug wird ein Gerät eingebaut. Der Lenker hat vor Fahrtantritt in das Mundstück des Gerätes zu blasen. Das Fahrzeug lässt sich nur dann starten, wenn der gemessene Wert 0,1 Promille nicht übersteigt. Bei Verstößen (z.B. Versuch, die Alkoholwegfahrsperre zu deaktivieren etc.) endet die Teilnahme am ABS. Die Lenkberechtigung wird für die gesamte Restdauer entzogen. In Abständen von 2 Monaten hat der ABS-Teilnehmer an Mentorengesprächen teilzunehmen. Der Teilnehmer am ABS hat die Kosten für den Ein-/Ausbau und die Mietkosten des Gerätes sowie jene für die Mentorengespräche zu bezahlen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei Entzug der Lenkberechtigung rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

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