Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Grundstückswerteverordnung 2016

Montag, 30 November 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Markus Fink, Rechtsanwalt in Bezau

Vor kurzem wurde endlich der Entwurf der lange erwarteten Grundstückswertverordnung veröffentlicht. Der neu eingeführte Grundstückswert soll ab dem 01.01.2016 bei un- und teilentgeltlichen Erwerben die durchgängige Grundlage für die Bemessung der Grunderwerbsteuer bilden. Der Einheitswert findet ab dann nur noch im land- und forstwirtschaftlichen Bereich Anwendung. Nach dem derzeitigen Stand – die Begutachtungsfrist läuft noch, Änderungen sind somit noch möglich – ist Folgendes geregelt:

1.              Pauschalwertmodell:

Für die Berechnung des Grundstückswertes ist in diesem Fall die Summe des hochgerechneten dreifachen Bodenwertes und des Gebäudewertes zu ermitteln.

Für den Bodenwert ist jener Wert maßgeblich, der vom Finanzamt zuletzt festgestellt worden ist. Die entsprechende Anfrage an das Finanzamt hat elektronisch zu erfolgen. Der so ermittelte (dreifache) Bodenwert ist sodann mit dem in der Verordnung für jede Gemeinde veröffentlichten Hochrechnungsfaktor zu multiplizieren.

Für den Gebäudewert ist die Nutzfläche oder die um 30 % gekürzte Bruttogrundfläche mit dem sogenannten Baukostenfaktor (für Vorarlberg EUR 1.780,00) zu multiplizieren. Für bestimmte Nutzungs- bzw. Gebäudearten sind ebenso Abschläge vorgesehen wie auch für das Alter des Gebäudes.

2.              Immobilienpreisspiegel:

Wenn für die Ermittlung des Grundstückswerts der Immobilienpreisspiegel gewählt wird, so muss bis zum 31.12.2016 der Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer und danach der Immobilienpreisspiegel der Statistik Austria herangezogen werden 

Voraussetzung ist, dass die für die Bewertung eines gleichartigen Grundstückes zugrunde liegenden Annahmen erfüllt sind. 71,25 % des so ermittelten Wertes bilden dann den Grundstückswert.

 

 

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