Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Haftung für Sportunfälle

Samstag, 15 September 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Gerhard Scheidbach, Rechtsanwalt in Feldkirch

Wer haftet, wenn sich ein Teilnehmer einer Sportveranstaltung verletzt?

Knöchelbruch: Ein Jugendlicher, der bei einem Hallenfußballtournier den Fuß an einer Sprossenwand verdrehte und einen Knöchelbruch erlitt, klagte den Veranstalter auf Schmerzengeld. Die Unfallstelle sei nicht abgesichert gewesen. Grundsätzlich hat der Veranstalter die für die Sicherheit von Beteiligten und Zuschauern erforderlichen Vorkehrungen zu treffen. Besteht die Möglichkeit einer Gefährdung, so hat der Verantwortliche im Rahmen des Zumutbaren Vorkehrungen zu treffen.

Zumutbarkeit: Diese Verkehrssicherungspflichten wurden von der Rechtsprechung auf Grundlage des allgemeinen Schadenersatzrechtes entwickelt. Danach ist jedermann berechtigt, vom Schädiger den Ersatz jenes Schadens zu verlangen, den ihm dieser rechtswidrig und schuldhaft zugefügt hat. Nach Ansicht des Obersten Gerichtshofs dürfen die Anforderungen aber nicht überspannt werden und finden ihre Grenze in der Zumutbarkeit möglicher Maßnahmen der Gefahrenabwehr. Umfang und Intensität dieser Pflichten richten sich dabei vor allem danach, in welchem Maß die Teilnehmer selbst vorhandene Gefahren erkennen und ihnen begegnen können.

Klage abgewiesen: Im Anlassfall wurde die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass eine Verkehrssicherungspflicht entfalle, weil die Gefahr für den Jugendlichen leicht erkennbar gewesen sei. Eine gewisse Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit der Sportausübenden liege im Wesen des Sports.

Trotz dieser Entscheidung ist den Verantwortlichen von Sportveranstaltungen dringend zu empfehlen, im Vorfeld alle erkennbaren Gefahrenquellen zu beseitigen (und eine Haftpflichtversicherung abzuschließen), um Haftungsfälle weitgehend zu vermeiden. 

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