Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Haftung von Kindern unter 14 Jahren

Montag, 02 Februar 2015 | Alter: 4 Jahre
Autor: Dr. Eva Schneider, Rechsanwältin in Bludenz

Deliktsunfähige, sohin Kinder unter 14 Jahren, haften normaler Weise nicht. Es gibt im Zivilrecht jedoch eine sogenannte Billigkeitshaftung.

„Tannenzapfenschlacht“: Ein 13-Jähriger warf einen Tannenzapfen auf einen 10 Jährigen, wodurch dieser am Auge verletzt wurde. Durch die Verletzung wurde die Sehschärfe erheblich herabgesetzt, deren Besserung nicht zu erwarten ist. Auch eine weitere Verschlechterung war nicht auszuschließen.

Verschulden: Vor dem Wurf hatte sich der Ältere keine Gedanken über die Gefährlichkeit des Spiels gemacht und auch nicht auf den Kopf gezielt. Dem 13-jährigen musste jedoch altersbedingt bekannt sein, dass das Werfen von Sachen auf den Körper einer Person gefährlich ist. Da aber das Ergebnis beim Wurf eines Tannenzapfens von etlichen Zufälligkeiten abhängt, wurde dem 13-jährigen vom Gericht gerade noch kein Verschulden zur Last gelegt.

Verletzung der Aufsichtspflicht: Von Aufsichtspersonen (zB Eltern) kann dann Ersatz verlangt werden, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzen. Dies war jedoch nicht der Fall.

Ersatzpflicht: Dem Deliktsunfähigen wurde deshalb eine Ersatzpflicht auferlegt, da er aufgrund einer Haftpflichtversicherung leichter imstande war den Schaden zu tragen als das verletzte Kind.

            Dem verletzten Kind wurde also Schmerzensgeld zugesprochen. Zudem haftet der 13-jährige im Rahmen der Versicherung für künftige Schäden.

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