Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Immobilienertragssteuer neu

Samstag, 10 März 2012 | Alter: 7 Jahre
Autor: MMag. Dr. Manfred Schnetzer

Im Rahmen des Sparpaketes (Stabilitätsgesetz 2012) werden ab dem 31.03.2012 private Grundstücksveräußerungen künftig immer steuerpflichtig sein und einem besonderen Steuersatz von 25% unterliegen. Grundstücksverkäufe unterlagen bisher nur innerhalb der Spekulationsfrist der Steuerpflicht. Die Spekulationsfrist bleibt damit nurmehr für Edelmetalle und Kunstgegenstände praktisch bedeutsam.

Selbstberechnung: Die in der Regierungsvorlage vorgesehene Selbstberechnung dieser Immobilienertragssteuer durch den Vertragserrichter (Rechtsanwälte und Notare) umfasst teilweise einen hohen Ermittlungs- und Beratungsaufwand. Neben den vorgesehenen Ausnahmen (für Hauptwohnsitz sowie selbst hergestellte Gebäude) wird insbesondere die Berechnung der Höhe der der Immobilienertragssteuer unterliegenden Einkünfte schwierig (zB bei länger zurückliegenden Herstellungs- und Instandsetzungsaufwendungen) sein. 

Verfassungsrechtlich  bedenklich: Anstatt der Selbstberechnung dieser Steuer (und damit zusammenhängenden Abgeltungswirkung) besteht zwar die Möglichkeit auf Antrag eine Veranlagung des Grundstücksgeschäftes vorzunehmen (auch unter Anwendung des besonderen Steuersatzes) und könnten damit auch Verluste aus anderen Grundstücksverkäufen im selben Jahr ausgeglichen werden. Jedoch ist in der Regierungsvorlage ein Ausschluss des Abzugs der Werbungskosten auch für den Fall der Regelbesteuerung vorgesehen, was verfassungsrechtlich bedenklich erscheint.

Zusätzliche Regelungen sind übrigens auch für gewerbliche Grundstückshändler und bei der Veräußerung von Grundstücken des Betriebsvermögens vorgesehen. 

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