Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Informationspflicht bei Wertpapiergeschäften

Freitag, 29 Januar 2016 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtasnwalt in Feldkirch

Wenn Informationspflichten gravierend verletzt werden und hierdurch ein Schaden eintritt, liegt bei einer Kapitalveranlagung ein ersatzfähiger Schaden bereits darin, dass ein Anleger kein wie von ihm gewünschtes wertstabiles, sondern ein Kursschwankungen unterliegendes Wertpapier erworben hat.

Schaden: Für das Vorliegen eines realen Schadens ist es ausreichend, wenn die Zusammensetzung des Vermögens des Geschädigten nach dem schadensbegründenden Ereignis nicht seinem Willen entspricht.

Rückzahlung: Entschließt der Geschädigte die unerwünschte Anlage vorläufig zu behalten, besteht ein Anspruch auf Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Übertragung des noch vorhandenen Finanzproduktes an den Schädiger.

Berechnung: Die Berechnung des Schadens kann auch erfolgen, in dem man den tatsächlichen Vermögensstand vom hypothetischen Vermögensstand ohne das schädigende Ereignis gegenüberstellt. Der Anleger muss somit entscheiden, will er die Wertpapiere behalten oder die Papiere veräußern. Bei Verkauf der Papiere ist der Differenzanspruch konkret zu berechnen.

Der Anleger muss somit eine der beiden Berechnungsmethoden wählen.

          Der Anleger muss beweisen, dass er in Kenntnis der richtigen Informationen eine entsprechende und andere Veranlagungsentscheidung getroffen hätte und ist zu hinterfragen, für welche Anlageart sich der Geschädigte bei ordnungsgemäßer Beratung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit entschieden hätte.

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