Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Kindesunterhalt

Samstag, 15 Januar 2011 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Clemens Pichler, Rechtsanwalt in Dornbirn

Eltern sind grundsätzlich ihren Kindern zu Unterhalt verpflichtet. Frauen und Männer treffen generell die gleichen diesbezüglichen Rechte und Pflichten, unabhängig davon, ob es sich um eheliche oder uneheliche Kinder handelt.

Arten von Unterhaltsleistungen: Grundsätzlich wird zwischen Naturalunterhalt und Geldunterhalt (= Alimente) unterschieden. Wenn ein Kind mit beiden Eltern bzw. einem Elternteil in einem gemeinsamen Haushalt lebt, hat es Anspruch auf Naturalunterhalt. Dies umfasst etwa Unterkunft, Nahrungsmittel, Bekleidung, Taschengeld etc. Wenn das Kind nicht mit dem Elternteil bzw. beiden Eltern im selben Haushalt lebt, hat das Kind Anspruch auf Geldunterhalt.

Höhe des Unterhaltes: Von der Rechtsprechung wurden Prozentsätze zur Berechnung des Kindesunterhaltes entwickelt. Diese richten sich je nach Alter des Kindes zwischen 16 und 22% des monatlichen Nettoeinkommens. Hat der zum Unterhalt verpflichtete Elternteil weitere Unterhaltspflichten (Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt), können diese zu Kürzungen führen. Bei gut verdienenden Elternteilen gibt es zur Begrenzung des Kindesunterhaltes aber auch eine Obergrenze.

Dauer der Unterhaltsverpflichtung: Der Kindesunterhalt ist nicht an ein bestimmtes Alter des Kindes gebunden. Eltern sind grundsätzlich verpflichtet bis zur Selbsterhaltungsfähigkeit des Kindes Unterhalt zu leisten.

Selbsterhaltungsfähigkeit: Diese liegt dann vor, wenn das Kind selbst für seine eigenen Bedürfnisse außerhalb des Elternhauses aufkommen kann und selbst Einkünfte erzielt, die zu einer einfachen Lebensführung reichen. Unterlässt das Kind nach Abschluss der Berufsausbildung schuldhaft eine ihm zumutbare Erwerbstätigkeit, verliert es seinen Unterhaltsanspruch.


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