Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Kosten beim Liegenschaftsverkehr (Teil 1)

Montag, 18 November 2013 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Gernot Klocker, Rechtsanwalt in Dornbirn

Bei einem Liegenschaftskauf trägt meist der Käufer das mit der Errichtung des Vertrags verbundene Honorar des Vertragserrichters. Dies wird fast immer pauschal vereinbart.

Nebenkosten: Bei der Verhandlung über ein Pauschalhonorar wird oft übersehen, dass zusätzlich zum Honorar noch  Steuern, Abgaben und Gebühren anfallen, welche teilweise direkt vom Konto des Vertragserrichters eingezogen und von diesem weiterverrechnet werden müssen. Auf die wichtigsten Kosten sei hiermit hingewiesen:

-        Grunderwerbsteuer: beträgt 3,5% oder 2% (nahe Verwandte) des Kaufpreises;

-        Eintragungsgebühr: beträgt 1,1% des Kaufpreises (oder des 3fachen Einheitswertes bei nahen Verwandten);

-        Gebühr für eine Baugrundstücksbestätigung der Gemeinde: beträgt ca € 30,00:

-        alternativ: höhere Gebühren für die Grundverkehrsgenehmigung;

-        elektronische Urkundenarchivierung: kann je nach Anzahl der Urkunden € 50,00 und mehr betragen;

-        Gebühren für Grundbuchsauszüge: können je nach Anzahl € 30,00 und mehr betragen;

-        Gerichtsgebühr: beträgt je Grundbuchsgesuch € 42,00

-        Kosten für elektronischen Rechtsverkehr: betragen € 12,24 je Grundbuchsgesuch.

 Immobilienertragssteuer: Für den Verkäufer fällt seit Beginn des Jahres 2013 die ImmoESt an, welche grundsätzlich 25% des Veräußerungsgewinns beträgt. Diese Steuer ist – gleich wie die Grunderwerbsteuer – vom Vertragserrichter zu berechnen, einzukassieren und an das Finanzamt abzuführen. Dieser Zusatzaufwand wird üblicherweise dem Verkäufer verrechnet.

Aus dieser Aufstellung ist ersichtlich, dass ein wesentlicher Teil der Vertragskosten durch Steuern und Gebühren verursacht wird. Eine fachkundige Beratung ist jedenfalls zu empfehlen.

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