Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Leichte Beute durch gekipptes Fenster

Montag, 01 Juli 2013 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Ingo Breuß, Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Die Hochsommerzeit naht, Schwüle und Hitze steigen. Trotzdem sollte man Fenster bei Verlassen der Wohnung oder des Hauses nicht offen lassen.

Einbruchsdiebstahlversicherung: Die Bedingungen sehen nämlich in aller Regel vor, dass die versicherten Räumlichkeiten, sollten diese von allen Personen verlassen werden, zu versperren sind, d.h. es sind nicht nur die Türen, sondern auch die Fenster zu versperren. Auch durch ein gekipptes Fenster kann es Tätern leicht gemacht werden, in  die verlassenen Räumlichkeiten zu gelangen.

Entscheidung der Gerichte: Ein gekipptes Fenster gelte nicht als ordnungsgemäß verschlossen, sodass im vorliegenden Fall der Kläger bzw. der Geschädigte eine Obliegenheitsverletzung zu vertreten hatte.  Der Geschädigte, also der Versicherungsnehmer, hatte nämlich die Versicherung geklagt, die nach einem Einbruch nicht zahlen wollte. Die Versicherung bekam Recht, wobei der Oberste Gerichtshof dem erstinstanzlichen Urteil folgte.

Grob fahrlässig: Der Oberste Gerichtshof führte aus, dass es durch das Belassen des Fensters in der Kippstellung den Tätern leicht gemacht worden sei, in das Gebäude über das Fenster einzusteigen. Er sah damit einen groben Verstoß gegen die Sorgfaltspflichten. Das Fenster war auch leicht erreichbar (ebenerdig) und zum Einsteigen in die Räumlichkeiten geeignet.

Schließen Sie also bei Verlassen des Hauses oder der Wohnung nicht nur die Türen, sondern auch die Fenster! Sonst haben Sie zwar vielleicht frische Luft, aber mitunter einen Schaden, den Sie selber zu verantworten und zu tragen haben. 

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