Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Mit welchen Unterhaltszahlungen können Studenten rechnen?

Montag, 19 September 2016 | Alter: 1 Jahre
Autor: Dr. Birgitt Breinbauer, Rechtsanwältin in Dornbirn

Nach der österreichischen Rechtslage ist grundsätzlich jedes Kind, das die Voraussetzungen für ein Studium erfüllt und dieses Studium ernsthaft und zielstrebig mit entsprechender Sorgfalt betreibt, gegenüber seinen Eltern unterhaltsberechtigt.

Studienerfolg

Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen darüber, ob die Voraussetzungen für die Unterhaltsberechtigung aufgrund des Studienerfolgs noch gegeben sind oder nicht.

 

Die Durchschnittsstudiendauer bildet hierfür eine grobe Richtlinie, wenn auch nicht eine ganz starre Grenze. Gibt es nachvollziehbare Gründe für mangelnden Erfolg, kann die Unterhaltsberechtigung andauern, obwohl die Durchschnittsstudiendauer überschritten ist.

Studienplatz- und Wohnsitzwechsel

Ein einmaliger Studienwechsel führt in der Regel nicht zum Erlöschen der Unterhaltspflicht. Erfolgt er innerhalb angemessener Frist, ist eine Umorientierung für die Unterhaltsprüche nicht schädlich.

Wenn ein Kind während des Jahres nicht bei einem Elternteil wohnt, haben grundsätzlich beide Elternteile eine Geldunterhaltspflicht zu erfüllen; die einzelnen Beiträge werden anhand der Leistungsfähigkeit der Eltern ermittelt.

Prozessrisiko

Unterhaltsanträge von volljährigen Kindern sind im Außerstreitverfahren geltend zu machen, es besteht allerdings eine Kostenersatzpflicht, die der eines Zivilprozesses entspricht; im Falle eines Obsiegens besteht Kostenersatzanspruch, im Falle des Unterliegens Kostenersatzpflicht.

            Da in Streitfragen zum Unterhaltsrecht volljähriger Kinder oft eine Vielzahl von offenen Fragen relativiert werden, ist die Einholung fachkundigen Rates meist zweckdienlich. 

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