Die Vorarlberger Rechtsanwälte

„Moment, der Christbaum brennt!“

Samstag, 02 Januar 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtsanwalt in Feldkirch/Vaduz

Dieser humorvolle Titel einer CD von einem bekannten Wiener Schrammelmusiker kann auch ernste Hintergründe haben. Immer wieder kommt es nämlich in der Weihnachtszeit zu Wohnungsbränden, ausgelöst durch brennende Kerzen auf Christbäumen oder sonstigen weihnachtlichen Gestecken.

Haushaltsversicherung: Üblicherweise deckt derartige Schäden, sollten keine Personen zu Schaden gekommen sein, die Haushaltsversicherung. In der Praxis wird bei der Zerstörung von Wohnungsinhalt der Versicherungswert unmittelbar vor Eintritt des Schadensereignisses ersetzt.

Grob fahrlässig: In der Zwischenzeit gibt es jedoch immer häufiger Fälle, in denen die Versicherung nicht mehr leistungsbereit ist. Sie argumentiert damit, dass die Gefahr des Brandes und somit der Schaden grob fahrlässig durch den Versicherungsnehmer herbeigeführt worden ist. Dies hängt immer von den Umständen des Einzelfalles ab.

Ohne Aufsicht: Es gibt bereits zahlreiche Entscheidungen der verschiedensten Gerichte, dass schlussendlich die Versicherung tatsächlich die Schäden nicht bezahlen musste, wenn beispielsweise ein mit brennenden Kerzen zurückgelassener Christbaum minutenlang ohne Aufsicht bleibt, weil man beispielsweise in der Küche beschäftigt ist oder irgendwelche anderen Arbeiten verrichtet. Christbäume und Adventkränze, auf denen Kerzen brennen, sollten daher nicht unbeaufsichtigt sein.

Die Gerichte können im schlimmsten Fall tatsächlich von einer groben Fahrlässigkeit ausgehen und muss damit gerechnet werden, dass die Versicherung die Schadenersatzleistung im Brandfall ablehnt.


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