Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Neuerungen für Aktionäre

Samstag, 12 November 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Günter Flatz, Rechtsanwalt in Schruns und Feldkirch

Seit 01.08.2011 müssen Aktien von nicht börsennotierten Unternehmen auf Namen und nicht nur auf Inhaber lauten. Die somit in vielen Gesellschaften notwendige Umstellung auf Namensaktien hat bis Ende 2013 erfolgen.

Namensaktien müssen in einem Aktienbuch eingetragen werden und zwar mit folgenden Angaben:

-   Name (Firma) und Anschrift des Aktionärs, bei natürlichen Personen das Geburtsdatum, bei juristischen Personen die Firmenbuchnummer

-   Stückzahl oder Aktiennummer, bei Nennbetragsaktien der Betrag

-   bei nicht börsennotierten Gesellschaften eine vom Aktionär bekannt zu gebende, auf diesen lautende Kontoverbindung bei einem Kreditinstitut, auf das sämtliche Zahlungen zu leisten sind

Im Verhältnis zur Gesellschaft gilt als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienbuch eingetragen ist. Dies bedeutet, dass die Ausübung von Aktionärsrechten bei Namensaktien an die Eintragung im Aktienbuch gebunden ist.

 

Diese Gesellschaftsrechtsänderung beruht auf einem Ministerratsbeschluss, mit dem ein Transparenzpaket vorgelegt wurde, um Kritikpunkten der FATF (Financial Action Task Force) zu entsprechen. Die FATF ist ein zwischenstaatliches Gremium zur Schaffung international einheitlicher Standards zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Ihr ist die Inhaberaktie wegen der Intransparenz der jeweiligen Eigentümer seit einigen Jahren ein Dorn im Auge. In Zukunft soll es daher nur noch Namensaktien geben und Inhaberaktien nur bei börsennotierten Gesellschaften zulässig sein.

Nicht börsennotierte Aktiengesellschaften müssen daher bis Ende 2013 die notwendigen Satzungsänderungen vornehmen und die organisatorischen Maßnahmen zur Einrichtung eines Aktienbuches treffen.

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