Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Neues Erbrecht ab 01.01.2017

Montag, 17 Oktober 2016 | Alter: 1 Jahre
Autor: Dr. Dietlind Hügel, Rechtsanwältin in Nüziders

Testamente: Die Formvorschriften für fremdhändige Verfügungen werden verschärft. Die 3 notwendigen Testamentszeugen müssen gleichzeitig anwesend sein und eigenhändig geschrieben auf ihre Zeugeneigenschaft hinweisen; Angaben zu ihrer Identität sind notwendig. Der letztwillig Verfügende muss eigenhändig einen Zusatz schreiben, dass die Urkunde seinen letzten Willen enthält.

Gemeinschaftliche letztwillige Verfügungen von

Ehegatten/eingetragenen Partnern: Die Wechselbezüglichkeit wird gesetzlich vermutet; bei Widerruf der Erbeinsetzung durch den einen fällt auch die Erbeinsetzung durch den anderen Partner weg. Schon mit der Einleitung des gerichtlichen Verfahrens zur Auflösung der Ehe/eingetragenen Partnerschaft gelten sie als widerrufen, sofern nicht ausdrücklich das Gegenteil angeordnet wurde.

Pflichtteil: Pflichtteilsberechtigt sind nur noch die Nachkommen und der Ehegatte/eingetragene Partner des Verstorbenen; Eltern und weitere Vorfahren nicht mehr. Möglichkeiten zur Stundung oder Ratenzahlung werden vorgesehen. Die Voraussetzungen für die Pflichtteilsminderung werden erweitert und gelockert. Die Pflichtteilsberechnung ändert sich.

Gesetzliches Erbrecht: des Ehegatten/eingetragenen Partners wird gestärkt. Er erhält alles, wenn es keine Kinder oder Eltern gibt.

Pflegevermächtnis: wird gesetzlich eingeführt für bestimmte nahe stehende Personen, die den Verstorbenen in den letzten 3 Jahren vor seinem Tod mindestens 6 Monate lang in nicht bloß geringfügigem Ausmaß gepflegt haben.

Lebensgefährten: haben unter besonderen Voraussetzungen ein außerordentliches Erbrecht.

Weitere Änderungen betreffen etwa die Verjährung oder die Erbunwürdigkeit.

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten.

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