Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Neues zur Immobilienertragssteuer

Montag, 16 Februar 2015 | Alter: 4 Jahre
Autor: MMag. Dr. Gregor Lässer, Rechtsanwalt in Dornbirn

Nach dem Einkommensteuergesetz sind Veräußerungen von Eigenheimen oder Wohnungen samt Grund und Boden von der Immobilienertragsteuer befreit, wenn sie dem Veräußerer entweder von der Anschaffung (oder Herstellung) bis zur Veräußerung für mindestens zwei Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz oder innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Veräußerung mindestens fünf Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient haben (= Hauptwohnsitzbefreiung).

Aufgabe des Hauptwohnsitzes

Zweck der Hauptwohnsitzbefreiung ist, dass der Erlös aus der Veräußerung des alten, ungeschmälert zur Schaffung eines neuen Wohnsitzes zur Verfügung stehen soll. Voraussetzung ist in beiden Fällen, dass der Hauptwohnsitz aufgegeben wird. Nach den Einkommensteuerrichtlinien des Bundesministeriums für Finanzen ist dabei eine einjährige Toleranzfrist zur tatsächlichen Aufgabe des Hauptwohnsitzes zulässig.

Bundesfinanzgericht: Längere Hauptwohnsitzbefreiung möglich

Das Bundesfinanzgericht (BFG) hat in mehreren Fällen entschieden, dass die starre einjährige Toleranzfrist gesetzlich nicht gedeckt und im Einzelfall auch eine längere Frist möglich ist. Auf Grund der vom BFG festgesetzten Kriterien (ua Vereinbarung im Kaufvertrag, Instandsetzungsarbeiten innerhalb eines angemessenen Zeitraums, Schaffung eines neuen Hauptwohnsitzes von Anfang an gewollt) ist daher in jedem Einzelfall zu prüfen, ob die einjährige Toleranzfrist nicht überschritten werden kann.

            Dem Verkäufer, der sich auf eine längere Toleranzfrist berufen will, ist daher zu empfehlen, entsprechende Regelungen im Kaufvertrag vorzusehen, um die Hauptwohnsitzbefreiung in Anspruch nehmen zu können.

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