Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Persönliche Haftung eines GmbH-Gesellschafters

Samstag, 12 Juni 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Wilhelm Klagian, Rechtsanwalt in Dornbirn

Grundsätzlich gilt, dass die Gesellschafter einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) nicht persönlich für Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Dritten (Gesellschaftsgläubigern) haften. Dennoch birgt auch die Stellung als Gesellschafter einer GmbH ein nicht unerhebliches persönliches Haftungspotential.

Haftungskonstellationen: Von der Rechtsprechung und der Lehre wurden derartige Konstellationen - insbesondere für Fälle der „generellen Vermögensvermischung“, die „qualifizierte Unterkapitalisierung“ und den „Missbrauch der Leitungsmacht“ - herausgebildet, gestützt auf unterschiedliche gesetzliche Grundlagen.

Haftung für Stammkapital: Neben diesen Fällen kann eine Haftung auch im Zusammenhang mit der Aufbringung des Stammkapitals entstehen. Grundsätzlich haften die Gesellschafter zwar nur für ihren Anteil am aushaftenden Stammkapital. Das GmbHG bestimmt jedoch, dass bei bestimmten Voraussetzungen die übrigen Gesellschafter eine subsidiäre Haftung für die aushaftende Stammeinlage eines Gesellschafters trifft. Unter Umständen können auch Rechtsvorgänger in Haftung genommen werden.

Achtung „Zwerggesellschafter“: Eine solche Haftung kann sich insbesondere bei einem „Zwerggesellschafter“ beträchtlich auswirken. In einem aktuellen Fall wurde ein solcher Gesellschafter einer Gesellschaft, deren Stammkapital € 10 Mio betrug, wovon nur € 2,5 Mio bar einbezahlt waren, in der Größenordnung von € 7,5 Mio erfolgreich in Anspruch genommen.

Auch bei einer verbotenen Einlagenrückgewähr kann eine Haftung Platz greifen. Es wird daher empfohlen, nicht nur bei der Gründung einer GmbH, sondern auch bei anderen Maßnahmen rund um die GmbH juristischen Rat in Anspruch zu nehmen.

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