Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Pistentouren - was ist zu beachten?

Samstag, 03 Februar 2018 | Alter: 20 Tage
Autor: Dr. Marco Fiel, Rechtsanwalt in Feldkirch

Schitouren, Schneeschuh- und Bergwanderungen haben an Bedeutung gewonnen. Spärliche und gefährliche Schneesituationen haben dazu geführt, dass Schneesportler zunehmend auf Pisten ausweichen, was nicht selten zu prekärer Raumnot auf schmalen Schipisten führt.

Keine Absicherungspflichten

Pistenhalter haben nur atypische Gefahren abzusichern. Pistentourengeher stellen aber in Anbetracht ihrer geringen Geschwindigkeit keine atypische Gefahr für die abfahrenden Pistenbenützer dar. Die aus aufsteigenden Pistengehern resultierende Gefahrenlage unterscheidet sich nicht von jener, die sich aus abfahrenden Pistennutzern ergibt. Die Anbringung von Hinweisschildern durch Pistenhalter mag zwar durchaus empfehlenswert sein, doch ist der Pistenhalter zu Sicherheitsmaßnahmen nicht verpflichtet.

Begründet wird dies damit, dass abfahrende Pistenbenützer ihre Geschwindigkeit und ihre Fahrweise stets auf die Verkehrsdichte und Sicht anzupassen haben.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Zumal von aufsteigenden Pistenbenutzern gleichartige Gefahrenmomente wie von abfahrenden Sportlern ausgeht, gelten die entsprechenden Regeln sinngemäß. Das heißt, insbesondere die FIS-Regeln sowie der Pistenordnungsentwurf des Kuratoriums für alpine Sicherheit (POE) erstrecken sich auch auf diese Pistenbenützer. Demnach haben Pistentourengeher ua. möglichst den Randbereich der Piste zu benützen, die Piste an unübersichtlichen Stellen tunlichst nicht – wenn doch, so rasch wie möglich – zu queren, sich möglichst nicht an engen und unübersichtlichen Stellen der Piste aufzuhalten und bei Queren der Piste durch mehrere Aufsteiger zu den anderen genügend Abstand zu halten, um abfahrende Pistenbenützer nicht zu behindern. 

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