Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Pistenunfall nach Betriebsschluss

Montag, 17 Dezember 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Ingo Breuß, Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Die Besitzerin einer Saisonkarte verletzte sich bei einer Abfahrt nach Betriebsschluss. Sie kollidierte mit dem Seilwindenstahlseil eines Pistenpräparierungsgerätes. Die Verletzte forderte daraufhin vom Pistenbetreiber Schadenersatz.

Warnpflicht verletzt

Die Verletzte hat die Forderung ihrer Ansprüche damit begründet, dass der Lift- und Pistenbetreiber die Gefahrenquelle nicht ausreichend abgesichert und beschildert habe.

Atypische Gefahr

Der Oberste Gerichtshof bestätigte die Abweisung der Klage durch die Vorinstanzen. Man könne zwar von einer atypischen Gefahr ausgehen, ein „Spätheimkehrer“, der nach Pistenschluss abfährt, müsse jedoch mit Arbeiten auf der Piste um diese Zeit, also nach Betriebsschluss, rechnen.

Ausreichende Beschilderung

Außerdem wurde nach Meinung der Gerichte ausreichend auf die Gefahrenquelle hingewiesen und ließ das Argument der Klägerin, es sei keine Warntafel „im Weg gewesen“ nicht gelten.

Tourengeher

Dieser Fall dürfte auch für Tourengeher, die ausgewiesene Skipisten benützen und  befahren,  interessant sein. Überhaupt benötigen Tourengeher in der Regel für ihre sportlichen Aktivitäten keine Liftkarte und fallen für den Pistenbetreiber daher, auch während des Betriebes, gegenüber Tourengehern die vertraglichen Schutzpflichten weg.   

Der OGH hat jedoch auch festgehalten, dass bei der Frage, ob vertraglich Schutzpflichten und/oder allgemeine Verkehrssicherungspflicht nach einem Unfall verletzt wurden, auf den Einzelfall abzustellen ist.

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