Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Quota litis

Samstag, 18 Dezember 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Michael Brandauer, Rechtsanwalt in Feldkirch

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars, bei dem ein Teil des erstrittenen Betrages das Honorar des Anwalts sein soll (Quota Litis), ist rechtlich unzulässig. Diesen Umstand hat der Verfassungsgerichtshof auch in jüngeren Erkenntnissen bekräftigt.

Unwirksamkeit: Quota-Litis-Vereinbarungen sind insbesondere


zivilrechtlich unwirksam und nicht durchsetzbar. Der Zweck des Verbotes ist vielschichtig, liegt jedoch immer im Schutz des rechtsuchenden Klienten. Es soll auch verhindert werden, dass Entscheidungen für die Prozessführung auf wirtschaftlichen Interessen beruhen.





Andere Länder, andere Sitten: Wenn ein Anwalt nur dann ein Honorar erhält, wenn er den Prozess gewinnt, könnte dieser geneigt sein, auch aussichtslose Prozesshandlungen zu setzen, um seine Chance auf eine Entlohnung zu wahren. Mit anderen Worten, ein durch eine Quota-Litis-Vereinbarung in seinem Blick geblendeter Vertreter könnte auf eine vernünftige Beurteilung und Entscheidung im Rahmen der Prozessführung vergessen, da er auf Risiko seines Klienten auch um sein eigenes Honorar prozessiert. Solche Auswüchse kennen wir aus Amerika.

Prozesskosten: Da jede Prozesshandlung einen Aufwand und damit Prozesskosten verursacht, die letztlich der Prozessverlierer zu tragen hat, kann dies fatale Folgen haben, zumal grundsätzlich immer der Mandant und nie der Anwalt einem siegreichen Gegner die Prozesskosten zu ersetzen hat.

Einem Rechtsuchenden wird daher abgeraten, solche unzulässigen Honorarvereinbarungen einzugehen. Zum Schutz der Klienten sind solche Abmachungen zudem auch standesrechtlich verboten.


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