Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Rechtliche Regelung von "Crowdfunding"

Montag, 01 Juni 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: MMag. Dr. Christian Wirthensohn, Rechtsanwalt in Dornbirn

In jüngster Zeit boomen Angebote, sich an der Finanzierung von Unternehmen oder einzelner Projekte im Rahmen von „Crowdfunding“ zu beteiligen. Bisher waren solche Finanzierungsmodelle mit erheblichen Rechtsunsicherheiten behaftet, nunmehr sollen im Rahmen eines Alternativfinanzierungsgesetzes klare Regelungen geschaffen werden.

Voraussetzungen für Emittenten: Das Alternativfinanzierungsgesetz gilt nur, wenn der Gesamtbetrag der öffentlich angebotenen alternativen Finanzinstrumente den Betrag von € 1,5 Mio. nicht erreicht. Wenn innerhalb von sieben Jahren mehr als € 5 Mio. an Investitionen über alternative Finanzinstrumente eingesammelt werden, gilt die Prospektpflicht nach dem Kapitalmarktgesetz.

Voraussetzungen für Anleger: Von einem einzelnen Anleger dürfen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten maximal Beträge bis zu € 5.000 geleistet werden. Alternativ kann der Anleger bestätigen, dass der von ihm geleistete höhere Betrag höchstens das Doppelte seines durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommens oder 10 % seines Finanzanlagevermögens erreicht.

Pflichten der Emittenten: Im Alternativfinanzierungsgesetz sind eine Reihe von Informations- und Prüfpflichten vorgesehen, die potentielle Anleger über die Risiken im Zusammenhang mit alternativen Finanzinstrumenten aufklären und den Missbrauch alternativer Finanzinstrumente verhindern sollen. Die Mindestinformationen sind in einer eigenen Verordnung festgelegt. Soweit Crowdfunding über Internetplattformen angeboten wird, sind für die Betreiber solcher Plattformen zusätzliche Verpflichtungen vorgesehen.

Derzeit ist das Alternativfinanzierungsgesetz in Begutachtung, ein genauer Zeitpunkt für das Inkrafttreten steht noch nicht fest.

 

 

Vorarlberger Rechtsanwaltskammer | Marktplatz 11 | 6800 Feldkirch | Österreich
T 05522 71122 | F 05522 71122 - 11 | E-Mail | Impressum