Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Rechtsschutz - freie Anwaltswahl

Montag, 16 Dezember 2013 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz

Mancher Versicherte glaubt, dass er für jeden Rechtsfall versichert ist. Nicht selten gibt es aber ein böses Erwachen, sollte die Kostendeckung für seinen gerade aktuellen Rechtsfall verweigert werden. Entweder weil tatsächlich keine Deckung besteht, oder der Rechtsschutzversicherer versagt die Kostendeckung zu unrecht.

Versicherungsanwalt oder frei gewählter Anwalt?

Rechtsschutzversicherer sind meist bestrebt, ihre Kunden einem ihrer Vertragsanwälte zuzuführen. Als Gegenleistung gewähren diese den Versicherern teils hohe Honorarnachlässe. Wegen dieser wirtschaftlichen Verflechtung haben manche Rechtsschutzversicherte Bedenken, ob der ihnen zugeteilte Versicherungsanwalt die Kostendeckung gegen den Rechtsschutzversicherer mit der eventuell erforderlichen Härte durchsetzen kann.

Der Rechtsschutzversicherte ist jedoch keineswegs verpflichtet, den Versicherungsanwalt zu akzeptieren. Er kann einen von der Rechtsschutzversicherung völlig unabhängigen Anwalt seines Vertrauens wählen.

Bei Beratungen schließen die Versicherungsbedingungen der Rechtsschutzversicherer die freie Anwaltswahl meist aus. Der Rechtsschutzversicherte ist dennoch nicht an den Versicherungsanwalt gebunden. Er kann sich von einem der Anwälte beraten lassen, die eine kostenlose erste Rechtsauskunft anbieten.

Gerechtfertigter Selbstbehalt bei freier Anwaltswahl?

Oft erschweren Rechtsschutzversicherer das Recht auf freie Anwaltswahl, indem sie dem Versicherten einen Kostenselbstbehalt vorschreiben. Beträgt dieser 20 % und mehr, ist der Selbstbehalt ungültig.

Jedem Rechtsschutzversicherten ist zu empfehlen, selbstbewusst darauf zu bestehen, den Anwalt seines Vertrauens frei wählen zu dürfen

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