Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schadenersatz bei Alternativen Behandlungsmethoden

Samstag, 12 Dezember 2009 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtsanwalt in Feldkirch/Vaduz

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat in der Zwischenzeit klargestellt, dass auch die Kosten sogenannter „Alternativen Behandlungsmethoden“ oder „Außenseitermethoden“ von der Schadenersatzpflicht eines Schädigers umfasst sind.

Delphintherapie: In dem durch den OGH behandelnden Fall, wurden Kosten einer sogenannten Delphintherapie in den Vereinigten Staaten geltend gemacht. Die Haftpflichtversicherungsgesellschaft wendete dabei ein, dass diese Kosten nicht ersatzfähig seien, da auch der Krankenversicherungsträger derartige Kosten nicht ersetzen würde.

Kostenersatz möglich: Der OGH hat ausgeführt, dass entsprechende Außenseitermethoden dann ersetzt werden, wenn entweder eine zumutbare erfolgversprechende Behandlung nach wissenschaftlich anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst nicht zur Verfügung steht, oder eine solche Behandlung bereits erfolglos geblieben ist.

Ersatz nur bei Erfolg: Natürlich hat der OGH auch festgehalten, dass der Erfolg einer „Alternativen Behandlungsmethode“ feststehen muss. Das heißt, dass der Patient zunächst auf eigene Kosten und eigenes Risiko diese „Alternative Methode“ anzuwenden hat und bei Erfolg schlussendlich vom Schädiger bzw. dessen Haftpflichtversicherer Schadenersatz verlangen kann.

Häufig wird das Problem darin liegen, dass gerade bei gleichzeitiger Anwendung mehrerer medizinischer Behandlungsmethoden ein entsprechender Nachweis möglicherweise schwer zu erbringen sein wird.

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