Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schadenersatz bei Spielsucht

Samstag, 13 November 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Michael Battlogg, Rechtsanwalt in Schruns

Es gibt Menschen, die unter einem krankhaften Spieltrieb leiden, den sie nicht mehr beherrschen, dabei ihr gesamtes Vermögen verlieren und sich noch hoch verschulden.

Überwachung: Der Gesetzgeber hat daher Spielcasinos verpflichtet, das Spielverhalten der Casinobesucher zu überwachen. Der Betreiber eines Casinos ist bei gehäuften Besuchen verpflichtet ein Gespräch mit dem Casinobesucher zu führen, dessen Einkommens- und Vermögenssituation durch Befragung zu erforschen und Einkommens- und Vermögensnachweise abzuverlangen. Damit sollte der Casinobetreiber beurteilen können, ob sich der Casinobesucher seine Spielleidenschaft finanziell auch leisten kann. Der Casinobetreiber ist unter Umständen verpflichtet, krankhafte Spieler auf Dauer vom Spielbetrieb auszuschließen bzw. die Häufigkeit der Casinobesuche zu beschränken.

Pflichtverstoß: Sollte der Casinobetreiber gegen diese Verpflichtungen verstoßen, so begründet diese Pflichtverletzung nach der aktuellen Rechtslage Schadenersatzansprüche gegenüber dem Casinobetreiber. Es liegt eine sogenannte Schutzgesetzverletzung vor. Der Casinobetreiber muss dann beweisen, dass auch bei Einhaltung dieser Sorgfaltsmaßnahmen der Schaden beim Spieler unvermeidbar gewesen, wobei dieser Beweis nahezu unmöglich zu erbringen ist.

Mitverschulden: Am entstandenen Schaden kann ein Casinobesucher auch ein Mitverschulden treffen, dies insbesondere dann, wenn er zu seinen Einkommensverhältnissen unrichtige Angaben macht oder nicht vorhandene Einkunftsquellen vortäuscht.

Wenn einem Casinobesucher der Beweis gelingt, dass er infolge Spielsucht bereits handlungsunfähig war, dann wären die einzelnen Spielverträge nichtig und er könnte sein verspieltes Geld zurückfordern.


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