Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schadenersatz für Reisegepäck im Flugverkehr

Samstag, 04 Juni 2011 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Lieselotte Mucciolo-Madler, Rechtsanwältin in Bregenz

Die Beförderung von Reisegepäck im internationalen Luftverkehr unterliegt dem Montrealer Übereinkommen wenn der Abgangs- und Bestimmungsort in einem Vertragsstaat liegt oder zwar im Hoheitsgebiet nur eines Vertragsstaates liegt, aber eine Zwischenlandung in dem Hoheitsgebiet eines anderen Staates vorgesehen ist, selbst wenn dieser kein Vertragsstaat ist.

Zerstörung, Verlust, Beschädigung oder Verspätung:
Die Fluggesellschaft - bei Pauschalangeboten auch der Reiseveranstalter - haftet für Verlust, Zerstörung und Beschädigung von Reisegepäck, darüber hinaus noch zusätzlich für Schäden, die durch die Verspätung bei der Beförderung von Reisegepäck verursacht werden. Bei aufgegebenem Reisegepäck besteht eine verschuldensunabhängige Haftung, bei nicht aufgegebenem Reisegepäck („Handgepäck“) ist die Haftung auf schuldhaftes Verhalten beschränkt.

Deutscher Bundesgerichtshof stärkt Verbraucherrechte:
Nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofes hat nicht nur derjenige Reisende, der die Aufgabe seines Gepäcks durch einen Gepäckschein dokumentieren kann, einen Ersatzanspruch für den Verlust von Reisegepäck, sondern auch der Mitreisende, der ihm gehörende Gegenstände im verlorenen Reisegepäck in die Obhut des Luftfrachtführers gegeben hat. Anlassfall war eine Golftasche, die auf einem internationalen Flug verloren ging und in welcher sich außer der Golfausrüstung der Klägerin die ihres Lebensgefährten befand.

Die Rechtsauffassung des deutschen Gerichtshofes wird auch von österr. Gerichten zu übernehmen sein, da das Montrealer Übereinkommen,  auf welches sich die gegenständliche Entscheidung bezog, auch für Österreich Geltung hat.

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