Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schäden durch Leitungswassser

Montag, 10 Dezember 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtsanwalt in Feldkirch

Der Oberste Gerichtshof hat jüngst in einer Entscheidung ausgesprochen, dass die Versicherungsgesellschaft dann einen Wasserschaden nicht zu bezahlen hat, wenn der Hauseigentümer mehr als drei Tage lang sein Haus verlässt und es verabsäumt hat, die wasserführenden Leitungen während der Heizperiode zu entleeren und den Haupthahn abzudrehen.

 

Versicherung ist leistungsfrei

 

In diesem Fall hat der Oberste Gerichtshof die Leistungsfreiheit der beklagten Versicherungsgesellschaft angenommen, weil eben der Kläger die Obliegenheit, die wasserführenden Leitungen in seinem bei der beklagten Versicherungsgesellschaft unter anderem gegen Leitungswasserschäden versicherten Haus zu entleeren und abzusperren. Das Haus war länger als 72 Stunden unbewohnt. Dies wurde als grob fahrlässig qualifiziert.

 

Fehlverhalten

 

Im gegenständlichen Fall ist durch einen Frostschaden an der Wasserleitung ein massiver Wasserschaden eingetreten. Der „Untergang“ des Versicherungsanpruches wurde mit dem Fehlverhalten des Versicherten begründet.

 

Kausalität

 

Der Versicherte hätte lediglich dann Anspruch gehabt, wenn er entweder die wasserführenden Leitungen entleert und den Haupthahn abgedreht hätte oder beweisen hätte können, dass diese Obliegenheitsverletzung auf den Schaden keinen Einfluss gehabt hätte.

 

Entweder hat man dafür zu sorgen, dass regelmäßig das Objekt beispielsweise durch einen Nachbarn oder Mitbewohnter kontrolliert wird, oder ist eben bei einem längeren Verlassen des Objektes der Haupthahn abzudrehen. Daran sollten Sie denken, bevor Sie Ihren wohlverdienten Urlaub antreten.

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