Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schenkung in der Familie - höhere Grunderwerbssteuer

Montag, 09 November 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Anton Tschann, Rechtsanwalt in Bludenz

Die Grunderwerbsteuer (GrESt) bei unentgeltlichen Immoblienübertragungen innerhalb der Familie beträgt derzeit 2 % vom sog. dreifachen Einheitswert.

Ab 1. 1. 2016 gilt der tatsächliche Wert der Immobilie als Bemessungsgrundlage für die GrESt. Zudem gilt nicht mehr einheitlich der Steuersatz von 2 %, sondern ein Stufentarif. Für die ersten € 250.000,00 beträgt der Steuersatz 0,5 %, für die nächsten € 150.000,00 2 %, darüber hinaus 3,5 %.

Diese Steuersätze gelten bei allen Immobilienübertragungen innerhalb der Familie, seien sie entgeltlich (Kauf) oder unentgeltlich (Schenkung).

Lohnt sich eine Übertragung noch vor dem 01. 01. 2016?

Auf Grund des künftig anzuwendenden Stufentarifes für den Steuersatz kann nicht generell gesagt werden, dass jede Übertragung in der Familie künftig teurer wird. Es ist in jedem Einzelfall zu prüfen, ob eine Übertragung noch in diesem Jahr sinnvoll ist.

Beispiel:

Der Vater möchte sein Haus (Wert € 350.000,00) an seine Tochter übertragen. Der dreifache Einheitswert beträgt € 50.000,00. Erfolgt die Übertragung noch in diesem Jahr beträgt, die GrESt € 1.000,00. Nach dem 01.01.2016 fällt eine GrESt von € 3.250,00 an. Bei Übertragung der Immobilie im heurigen Jahr fällt in diesem Fall also um € 2.250,00 weniger GrESt an, als bei Übertragung nach dem 1.1.2016.

Bei jeder Übertragung sollten nicht nur steuerliche, sondern auch erbrechtliche und pflegerechtliche (Mindestsicherungsregress!) Aspekte berücksichtigt werden.

          Oft wird bei vorzeitigen Liegenschaftsübertragungen an Angehörige auch ein Wohnungsrecht vorbehalten oder ein Vorkaufsrecht oder ein Veräußerungs- und Belastungsverbot vereinbart. Die Einholung von Rechtsrat ist dringend zu empfehlen.

 

 

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