Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schenkungspflichtteil (Österreichische und Deutsche Rechtslage)

Samstag, 10 Juli 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Ernst Dejaco, Rechtsanwalt in Feldkirch

Pflichtteil: Unser Erbrecht sieht vor, dass nahe Angehörige wie beispielsweise Kinder, Ehegatten oder Eltern den sogenannten Pflichtteil am Vermögen eines Verstorbenen bekommen. Dieser beträgt z.B. bei Kindern die Hälfte der gesetzlichen Erbquote.

Schenkungspflichtteil:


Aber auch Vermögen, das vom Verstorbenen zu Lebzeiten verschenkt wurde, kann den Pflichtteilsanspruch erhöhen, man spricht in diesem Fall vom Schenkungspflichtteil. Dieser besteht im gleichen Umfang wie der eigentliche Pflichtteilsanspruch (also bei Kindern wiederum die Hälfte der gesetzlichen Erbquote) Dabei ist es grundsätzlich unwesentlich, wie lange diese Schenkungen zurückliegen. Eine Ausnahme sieht das Gesetz


z.B. ausdrücklich für Schenkungen vor, welche früher als zwei Jahre vor dem Tod an nicht pflichtteilsberechtigte Personen gemacht worden sind. Im Gegensatz dazu besteht im deutschen Recht seit 1. Jänner ein sogenanntes Abschmelzungsmodell, nach dem eine in der Vergangenheit erfolgte Schenkung jährlich reduziert bzw. nach 10 Jahren gar keine Berücksichtigung mehr findet. Mein diesbezüglicher Rechtsvergleich im Journal der Vorarlberger Rechtsanwälte wurde irrtümlicherweise unrichtig wiedergegeben und das deutsche Abschmelzungsmodell als österreichische Rechtslagedargestellt.


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