Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Schiunfall auf einer Geschwindigkeitsstrecke

Samstag, 11 Dezember 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtsanwalt in Feldkirch

Der Oberste Gerichtshof hat für Betreiber einer Rennstrecke mit elektronischer Zeitmessung einen sehr hohen Sorgfaltsmaßstab angelegt.

Hohe Geschwindigkeit: Es wurde festgehalten, dass auf solchen Rennstrecken ein Rennläufer vom Rennstreckenerhalter geradezu aufgefordert wird, seine Leistungsfähigkeit auszuloten. Der Rennläufer muss sich somit voll auf seinen Lauf und die Tore konzentrieren können, um eben eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen.

Freie Fahrt: Somit wird von einem Betreiber einer solchen Rennstrecke ein wesentlich größerer Sorgfaltsmaßstab abgefordert, wie er üblicherweise bei der normalen Absicherung von Pisten erforderlich wäre. Eben weil die Skifahrer auf einer solchen Rennstrecken ihr skifahrerisches ausloten können, müssen sie auch nicht damit rechnen, dass sich auf der Rennstrecke allenfalls ein Hindernis wie beispielsweise eine Torstange befindet, die von einem anderen Skiläufer aus der Verankerung gerissen worden ist.

Überwachung erforderlich: Der Rennfahrer sollte daher vertrauen können, dass einerseits besonders gut verankerte und widerstandsfähige Torstangen verwendet werden und eben die Rennstrecke durchgehend überwacht wird, wobei sofort nach Auftreten eines Hindernisses für den nächsten Skifahrer der Start gesperrt werden muss.

Wenn dies nicht der Fall ist und sich ein Skifahrer Verletzungen zufügt, macht sich der Betreiber einer solchen Rennstrecke allenfalls dafür haftbar.


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