Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Setzen, Fünf!

Samstag, 10 April 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Ingo Breuß, Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Ein Medizinstudent, welcher schon zweimal die Anatomieprüfung nicht geschafft hatte, schaffte diese auch beim dritten Anlauf nicht. Fragen seien nur zum Teil richtig, andere Fragen überhaupt nicht beantwortet worden. Die Professoren stellten zudem eklatante Wissenslücken fest.


Prüfungsprotokoll: Der Student wollte nach der „verbockten“ Prüfung Einsicht in das Prüfungsprotokoll nehmen. In diesem wurden neben den allgemeinen Daten auch die Prüfungsfragen festgehalten. Keine Aufzeichnungen gab es in diesem jedoch über die Antworten und auch keine Hinweise darüber, warum die Benotung negativ war. Dies wurde dem Prüfling mündlich mitgeteilt.


Keine Einsichtnahme: Nachdem der Student keine Einsicht in das Prüfungsprotokoll bekommen hatte, stellte er einen Antrag auf Aufhebung der Prüfung. Nach Meinung des Studenten sei die Prüfung auch nicht ordnungsgemäß angekündigt und die negative Beurteilung nicht begründet worden.


Aufhebung nur bei schwerwiegenden Fehlern: Nachdem der Antrag abgewiesen wurde und auch die Berufung keinen Erfolg hatte, war schlussendlich der Verwaltungsgerichtshof am Zuge. Dieser bestätigte, dass die Aufhebung einer Prüfung nur bei schwerwiegenden Fehlern erfolgen kann, insbesondere dann, wenn unter Einhaltung der Verfahrensvorschriften ein anderes Ergebnis zu erwarten gewesen wäre.


Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Hätte der Student die Energie, welche er für die Bekämpfung des „Flecks“ aufgebracht hatte, vorher für das Lernen verwendet, hätte er vielleicht die Prüfung bestanden. So kann man noch ein weiteres Sprichwort hinzufügen: Außer Spesen nichts gewesen.


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