Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Sportklettern - einschätzbares Risiko?

Samstag, 17 Dezember 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Karoline Rümmele, Rechtsanwältin in Dornbirn

Sportklettern, am Fels oder in der Halle, boomt. Obwohl es zur sichersten Form des Kletterns gehört, ist es eine Sportart mit naturgesetzlichem Risiko. Geklettert wird an die Sturzgrenze. Verletzungen und somit Schadenersatz- und Strafprozesse sind nicht ausgeschlossen.

Eigenverantwortung: Selbstkontrolle und das Bewusstsein alpiner Gefahren steht an erster Stelle. Das beinhaltet eine normgerechte Ausrüstung und die richtige Handhabung von Seil und Sicherungsgerät.

Vertrauensgrundsatz: Grundsätzlich kann und muss man sich auf die am Seilende stehende Person verlassen dürfen.

Verkehrsnormen: Partnercheck – die gegenseitige Kontrolle der Ausrüstung und Handhabung - muss Standard vor jeder Klettertour sein. Bei einem Unfall wird geprüft, ob Verhaltensnormen verletzt wurden. Es gilt der Grundsatz: Der Kletterer darf sich ohne Vorwarnung in das Seil fallen lassen, der Sichernde hat mit einem Sturz zu rechnen.

Rechtsprechung: In Innsbruck stürzte ein Kletterer aus elf Metern auf den Boden und erlitt eine partielle Querschnittslähmung. Das Gericht verurteilte den am Boden stehenden Sichernden. Er befand sich in einem Gespräch mit einer dritten Person und hat ohne nach oben zu schauen, Seil ausgegeben.

Auf den zentralen Gedanken der Eigenverantwortung im Sporthaftungsrecht sollte aber nicht vergessen werden. Wer den Schuldigen immer am anderen Seilende sucht, wird sich mit der Auswahl seiner Kletterpartner sicherlich bald schwer tun.

Vorarlberger Rechtsanwaltskammer | Marktplatz 11 | 6800 Feldkirch | Österreich
T 05522 71122 | F 05522 71122 - 11 | E-Mail | Impressum