Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Störung durch freilaufende Tiere

Samstag, 18 Februar 2012 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Christoph Schneider, Rechtsanwalt in Bludenz

Jüngst hat sich der Oberste Gerichtshof mit zwei sehr ähnlichen Problemen befasst. Ein Kläger verlangte, sein Nachbar müsse verhindern, dass dessen Hühner auf seinen Grund gelangen. Mit der anderen Klage verlangte der Kläger dasselbe bezüglich der Katzen seines Nachbarn. In beiden Fällen stützten die Kläger ihren Anspruch darauf, dass der Nachbar nicht auf den klägerischen Grund einwirken dürfe.

Hühner: Bei den freilaufenden Hühnern gab der OGH der Klage Folge und führte aus, dass Hühner heutzutage üblicherweise nicht mehr freilaufend, sondern eingezäunt gehalten werden. Es sei dem Nachbarn daher zumutbar, entsprechende Vorkehrungen gegen die Grenzüberschreitung der Tiere zu treffen.

Katzen: Anders fiel die Entscheidung bei Katzen aus. Der Gerichtshof wies die Klage entgegen den Urteilen der ersten beiden Instanzen ab und begründete dies damit, dass der Nachbar nur mögliche und zumutbare Vorkehrungen treffen könne, dabei sei die Körpergröße der Tiere und ihre Wesensart zu berücksichtigen. Bei freilaufend gehaltenen Katzen ist es dem Tierhalter nach Auffassung des Gerichtes also nicht zumutbar gewesen, sie daran zu hindern, auf den Nachbargrund zu gelangen.

Ortsüblichkeit und Wesentlichkeit: Voraussetzung ist eine „Ortsüblichkeit und Wesentlichkeit“. Es wird durchaus als ortsüblich anzusehen sein, dass ein Nachbar eine, zwei oder drei Katzen hält und frei, also auch auf den Nachbargrund, laufen lässt. Ein darüber hinausgehendes Maß wird wohl kaum geduldet werden müssen.

Hunde werden insbesondere innerorts üblicherweise nicht mehr freilaufend gehalten. Es wird dem Nachbarn wohl zumutbar sein, deren Eindringen auf Nachbargrundstücke zu verhindern. 

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