Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Tätige Reue bei Vermögensdelikten

Montag, 22 Juni 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Martin Kloser, Rechtsanwalt in Hard

Strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen stellen nach wie vor die häufigste Gruppe von Straftaten dar. Wenig bekannt ist, dass bei einer Reihe von Vermögensdelikten wie Diebstahl, Veruntreuung, Unterschlagung, Untreue etc. der Straftäter Straffreiheit erlangen kann, wenn er den angerichteten Schaden gutmacht.

Straffreiheit:

Voraussetzung dafür ist, dass der Schaden vollständig wieder gutgemacht wird, bevor die Verfolgungsbehörden (Polizei, Staatsanwaltschaft) davon Kenntnis erlangen. Entscheidend ist, dass der gesamte Schaden, zB auch anfallende Zinsen, zur Gänze ersetzt wird. In diesem Falle tritt die Straffreiheit auch dann ein, wenn der Geschädigte selbst nicht zustimmt.

Fristerstreckung:

Eine Ausnahme vom Prinzip der sofortigen Schadenswiedergutmachung stellt die Möglichkeit einer Vereinbarung mit dem Geschädigten dar. Stimmt dieser zu, dass der Schaden erst innerhalb einer zeitlich bestimmten Frist wieder gutgemacht wird, so tritt ebenfalls Straffreiheit ein, wenn diese Vereinbarung auch tatsächlich erfüllt wird. Die Vereinbarung muss abgeschlossen werden, bevor die Verfolgungsbehörden Kenntnis von der Straftat haben. In der Vereinbarung ist die genaue ziffernmäßige Höhe der Schadenswiedergutmachung festzuhalten; der genaue Zeitpunkt der Schadenswiedergutmachung und es müssen damit tatsächlich alle Schäden auch behoben werden.

Handeln statt abwarten:

          Wer eine Straftat gegen fremdes Vermögen begangen hat und nicht auf frischer Tat ertappt wird, sollte die Möglichkeit der „tätigen Reue“ nutzen. Gerade Vermögensdelikte werden oft wenig überlegt begangen. Wer hinterher seine Tat bereut, hat die Möglichkeit die Straftat aus der Welt zu schaffen, ohne vor den Strafrichter treten zu müssen.

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