Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Teenager bei Bestellung alkoholisiert

Freitag, 31 Dezember 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Mag. Patrick Piccolruaz

Viele feiern den Jahreswechsel, auch junge Menschen, mit Alkohol. In diesem Zusammenhang könnte ein aktuelles Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) vor allem für Gastwirte interessant sein.

Wirt bestraft: Das Höchstgericht bestätigte in einer aktuellen Entscheidung eine 1.000-Euro-Strafe gegen einen Gastwirt. Er wurde unter anderem deswegen bestraft, weil er einem alkoholisierten Jugendlichen ein großes Bier ausgeschenkt hatte. Der 16-Jährige hatte bereits zuvor in zwei anderen Lokalen je ein großes Bier getrunken. Der Kärntner Jugendschutz sieht aber vor, dass 16-Jährige nur solange Alkohol trinken dürfen, bis ihr Alkoholgehalt im Blut 0,5 Promille beträgt.

Überprüfung: Der Wirt wehrte sich gegen die verhängte Strafe und verwies darauf, dass er Gäste vor Betreten des Lokals nicht auf ihren Alkoholkonsum überprüfen könne. Das ließ der VwGH nicht gelten: Er hielt fest, dass man im Zweifel an Jugendliche nicht ausschenken dürfe.

„Eindruck“: Der 16-Jährige war nicht nach seinem Alter gefragt worden. Laut einem Zeugen machte er aber im Lokal einen „ziemlich betrunkenen“ Eindruck. Die Alkohol-Messung ergab, dass der Jugendliche ein Promille Alkohol im Blut hatte.

Kontrolle schwer: Für die Wirte ist das eine schwierige Situation. Wie kann er nämlich konkret prüfen, insbesondere bei Hochbetrieb, ob ein Jugendlicher, der möglicherweise schon woanders etwas getrunken hat, mehr als 0,5 Promille im Blut hat.

Will der Gastwirt daher nicht Gefahr laufen, eine saftige Strafe zu kassieren, so bleibt ihm frei nach dem Motto „Alkohol macht` eh nur d`Bira hol“ im Zweifel an Jugendliche nichts Alkoholisches auszuschenken.


Vorarlberger Rechtsanwaltskammer | Marktplatz 11 | 6800 Feldkirch | Österreich
T 05522 71122 | F 05522 71122 - 11 | E-Mail | Impressum