Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Tipps zum Schenkungsvertrag

Samstag, 04 Februar 2017 | Alter: 234 Tage
Autor: Dr. Andreas Oberbichler, Rechtsanwalt in Feldkjirch

Häufig tragen sich Eltern mit dem Gedanken, ein Haus, eine Wohnung oder einen Bauplatz schon zu Lebzeiten an Ihre Nachkommen zu übertragen. Durch solche Schenkungen soll der Start ins Leben erleichtert werden. Oft motiviert auch die Hoffnung, eine Vermögensaufteilung zu Lebzeiten könne Streit zwischen den Nachkommen vermeiden. Es gilt dabei, einige wichtige Punkte zu beachten:

  • Falls Sie das Haus oder die Wohnung noch für eigene Wohnzwecken benützen, sorgen Sie für ausreichende Sicherheit, zum Beispiel durch Beibehaltung eines Wohnungsgebrauchs- oder Fruchtgenussrechts. Wie unterscheiden sich diese Rechte? Die Rechte und Pflichten sollten genau beschrieben sein. Wer übernimmt bspw. Reparatur- oder Sanierungskosten am Objekt? Zusätzliche Sicherheit bringt ein Belastungs- und Veräußerungsverbot. Wichtig ist die Verbücherung der Rechte.
  • Beachten Sie mögliche erbrechtliche Folgen im Zusammenhang mit dem Pflichtteilsrecht.
  • Eine Schenkung kann natürlich auch mit Auflagen verbunden sein. Diese müssen jedoch rechtlich zulässig und auch ausreichend präzisiert sein. Beachten Sie auch eine gewisse Lebensnähe von Bedingungen.
  • Was geschieht mit möglichen Pfandrechten, die noch auf der Liegenschaft bestehen? Ein nachrangiges Wohnungsgebrauchsrecht birgt Risiken, selbst wenn die Geschenknehmer sich zur Rückzahlung verpflichten.
  • Wird nur die Liegenschaft oder auch Inventar und Einrichtung geschenkt? Eine möglichst genaue Regelung verhindert späteren Streit.
  • Bestehen Wegdienstbarkeiten oder sonstige mit der Liegenschaft verbundene Rechte oder Lasten?
  • Mit welchen Kosten, Steuern und Gebühren ist zu rechnen?

Eine fachkundige juristische Beratung und Vertragserrichtung schützt vor Fehlern.

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